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Grüne wären zum ersten Mal zweitstärkste Kraft im Südwesten: Wahl-Trend für die BVV veröffentlicht

Veröffentlicht am 31.05.2018 von Boris Buchholz

Wenn am 24. Mai Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung gewesen wären (Sie haben nichts verpasst, da war nichts), dann hätte das Ergebnis historische Bedeutung – zumindest wenn die Zahlen des „BVV-Trends“ stimmen, die die Macher der Website wahlkreisprognose.de veröffentlichten. Danach hätten die Wähler CDU und SPD deutlich abgestraft: Die Christdemokraten würden im Bezirk nur noch auf 26 Prozent kommen (gegenüber dem Wahlergebnis von 2016 ein Minus von 2,4 Prozent), die Sozialdemokraten würden mit einer Zustimmung von 19,5 Prozent sogar 3,1 Prozentpunkte verlieren. Dafür würden Bündnis 90/Die Grünen auf 22 Prozent kommen, den Spitzenwert ihrer Geschichte (ein Plus von 2,4 Prozent), und wären erstmals zweitstärkste Partei im Südwesten. Auch die Linke (9 Prozent, +2,9 Prozent) und die FDP (12 Prozent, ein Plus von 2,1 Prozent) würden gewinnen. Die AfD dagegen würde nur noch 9 Prozent (-1,5 Prozent) erreichen.

Wäre, hätte, würde – wie vertrauenswürdig die Umfragebasis und -methode ist, kann ich nicht nachvollziehen (sie liegen ja mal  richtig und auch mal falsch). Interessante Thesen werfen die Trends-Zahlen allemal auf:

  • Kann es sein, dass die CDU nach den massiven Verlusten bei der BVV-Wahl 2016 (zur Erinnerung: es waren satte elf Prozent – auch historisch) die Trendwende in der Wählergunst noch immer nicht geschafft hat?
  • Hat die SPD genug getan, um den seit Jahren fallenden Werten im Bezirk etwas entgegenzusetzen?
  • FDP und Linke scheinen für ihre jeweilige Klientel viel richtig zu machen.
  • Die Grünen scheinen von der schwarz-grünen Zählgemeinschaft mehr zu profitieren als die Christdemokraten (man stelle sich das vor: Wenn die Trend-Zahlen amtlich wären, hätten die Grünen zum ersten Mal zwei Stadträtinnen im Bezirksamt).
  • Ist das Wahl-Hoch der AfD schon Wahl-Geschichte?

Doch – wie gesagt: wäre, hätte, würde. Gewählt wird im Bezirk erst wieder in drei Jahren.

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