Namen & Neues

Am Teltowkanal: Noch'n schöner Radweg mit Hindernissen

Veröffentlicht am 02.08.2018 von Markus Hesselmann

„Und nun der Uferweg“, ruft Kollege Boris Buchholz uns (und vor allem den Berliner Verkehrsplanern) vor seinem Urlaub noch hinterher (auf der Doppelseite Steglitz-Zehlendorf, die am Freitag im Tagesspiegel erscheint, siehe oben):

Die neue Dahlem-Route löst keine Verkehrsprobleme. Sie könnte aber Berlinern und Besuchern Lust machen, sich in der Freizeit (und im Urlaub) auf das Rad zu schwingen. Das entbindet Bezirksamt und Senat jedoch nicht davon, das Fahrradfahren insgesamt sicherer und komfortabler zu machen. Als die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Pop vor wenigen Tagen die Dahlem-Route befuhr, sagte sie, dass es in Berlin generell „beim Fahrradverkehr deutlichen Nachholbedarf gibt“. Eine Radroute von großer Bedeutung verkommt im Bezirk mehr und mehr: der Uferweg am Teltowkanal. Schon 2010 schrieb der damalige SPD-Baustadtrat Uwe Stäglin: „Aufgrund der Wegebeschaffenheit und der fehlenden Beleuchtung sei der Weg am Kanalufer nur bedingt alltagstauglich.“ Seitdem hat sich die Situation speziell bei den Unterführungen unter den Brücken noch deutlich verschlechtert – Sand, Geröll, spitze Steine. Zeit, sich um den Uferweg zu kümmern!

Um welche Strecke genau und um welche konkreten Probleme es geht, hat Kollege Jörn Hasselmann in unserem Magazin „Radfahren in Berlin und Brandenburg“ anschaulich beschrieben (seine Route startet im Süden Schönebergs): Der Bahnhof Südkreuz ist eine belebte Ecke der Stadt. Erstaunlicherweise führt eine zwölf Kilometer lange Strecke von hier aus nahezu autofrei bis nach Teltow. Entlang der Gleise fahren wir durch den Hans-Baluschek-Park schnell nach Süden. Am S-Bahnhof Priesterweg bremsen auch nach zehn Jahren 200 Meter Kopfsteinpflaster die Fahrt auf diesem Fernradweg nach Leipzig. Den Prellerweg überqueren wir an der Fußgängerampel, biegen dann rechts in die Sembritzkistraße und fahren geradeaus weiter in die Liebenowzeile. Über die Brandenburgische Straße erreichen wir den Teltowkanal, der uns nun bis Teltow begleitet. Leider ist auf Berliner Stadtgebiet nur ein kleiner Teil der Strecke asphaltiert, hier könnte mit wenig Aufwand eine enorme Verbesserung erreicht werden. Holprig wird es vor allem, wenn Brücken unterfahren werden. Vorbei an der Rückseite des Benjamin-Franklin-Klinikums geht es bis zur Wismarer Straße. Hier wechseln wir die Kanalseite. Weitgehend asphaltiert führt der Mauerradweg romantisch durch die Teltowkanalauen – bis vor den Teltower Ortskern. Entlang der Strecke gibt es mehrere schöne Kinderspielplätze, etwa im Baluschek-Park und mehrere am Teltowkanal.

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