Namen & Neues

Entschärfung beim Radweg auf dem Dahlemer Weg: Es wird umgeplant

Veröffentlicht am 30.08.2018 von Boris Buchholz

Zuerst die guten Nachrichten: Nächste Woche seien sowohl Baustadträtin Maren Schellenberg (Grüne) als auch der Leiter des Tiefbauamts wieder aus dem Urlaub zurück und dann werde umgeplant, hieß es aus dem Rathaus. „Die Baumaßnahme ist noch nicht abgeschlossen,“ erfuhr ich. Und es fielen folgende Sätze: „Senatsverwaltung und Bezirk werden die Planung umgehend überarbeiten. Die Sicherheit der Radfahrenden hat dabei Vorrang.“

Um die aktuelle gefährliche Situation auf dem Dahlemer Weg für die Radfahrenden schnell zu entschärfen, hat das Amt auf der Brücke über die S-Bahn beidseitig Halteverbote ausgesprochen („wegen Markierungsarbeiten“). Dadurch stünde den Radlern jetzt mehr Platz zur Verfügung und Begegnungen von Autos seien ungefährlicher, lautet die Argumentation. Außerdem sei es Radfahrern ausdrücklich erlaubt, auf dem Gehweg zu fahren (und den entfernten alten Radweg zu benutzen – allerdings müssen Sie erst einmal auf den Bürgersteig kommen, die alten Rad-Auf- und Abfahrten sind schon beseitigt worden). Die Empfehlungen des Bezirksamts lauten in Kurzform: Vergessen Sie die Markierungen und fahren Sie möglichst weit rechts.

Wenn Sie meinen, dass das schon die schlechten Nachrichten waren, dann haben Sie den Artikel in der „Berliner Morgenpost“ nicht gelesen. Die Zeitung berichtete, dass die Planungen für den Radweg aus dem Jahr 2015 stammen; weil die Berliner Verkehrslenkung im Bearbeitungsstau steckte, haben die Baumaßnahmen erst 2018 begonnen werden können. Die Bezirksverwaltung schrieb den Kollegen: „Leider hat sich jetzt herausgestellt, dass die Planungen mit den heutigen Vorstellungen nicht mehr ganz übereinstimmen, es wird zunächst die ursprüngliche Planung umgesetzt.“ Auf Nachfrage erfuhr ich, dass Fachleute im Bezirksamt noch vor Beginn der Baumaßnahme Zweifel und Kritik an der alten Planung geäußert hätten. Trotzdem wurde gebaut und markiert.

Es ist zum In-den-Lenker-beißen, es ist eine Farce, hier haben Verwaltungen versagt: Erst wider besseres Wissen bauen, dann umplanen und anschließend (vermutlich) neu bauen – hier wurden und werden Geduld, Vertrauen, Steuergeld und Ressourcen verschwendet.

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