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Schuss auf Mutter und Kind vor Zehlendorfer Kita bleibt ungestraft

Veröffentlicht am 06.12.2018 von Boris Buchholz

Es ist über zwei Jahre her, dass in der Königstraße in Zehlendorf-Mitte auf eine Mutter und ihr Kind geschossen wurde – die beiden standen im Eingangsbereich der Kita „Königskinder“, die vom Nachbarschaftsverein Mittelhof betrieben wird. „Es ist nicht gelungen, einen Täter zu ermitteln“, erklärte der Pressesprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf Nachfrage. Im Februar seien die Ermittlungen, die wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung geführt wurden, eingestellt worden.

Der Schuss fiel am 28. Oktober 2016: Ein Hartplastikprojektil schlug in den Holzvorbau der Kita ein und verfehlte die Mutter mit Kind nur knapp. Die Polizei ermittelte später, dass die Kugel aus einer Softairwaffe abgefeuert worden war. Die Mutter hatte beobachtet, wie sich kurz nach dem Schuss ein Mann auf dem Balkon der gegenüberliegenden Villa duckte und dann ins Innere zurückging. Als die Polizei das Haus, es gehört der Burschenschaft „Gothia“, durchsuchte, konnte der vermeintliche Schütze nicht ermittelt werden. Drei Männer zwischen 19 und 26 Jahren wurden angetroffen, angeblich habe ein 22-jähriger Bekannter kurz zuvor das Haus verlassen.

Bei der Frage, welche Waffen bei der Hausdurchsuchung sicher gestellt worden seien, gibt es widersprüchliche Aussagen: Nur ein Luftgewehr sei beschlagnahmt worden, sagte Pressesprecher Steltner nach einem Blick in die Ermittlungszusammenfassung. Doch der Tagesspiegel erfuhr einen Tag nach dem Schuss aus Polizeiquellen, dass die Beamten „zwei Karabiner aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges und drei weitere Schreckschusswaffen“ gefunden hätten (hier zum Nachlesen).

Die Kita erfuhr von der Einstellung des Verfahrens nichts. Ob sich etwas am Kitaalltag verändert habe, wollte ich wissen. „Wir haben keine Veränderungen an unseren Abläufen vorgenommen“, erklärte Kita-Leiterin Heike Mindach dem Tagesspiegel. Auch die Polizei habe keine „Vorschläge oder Tipps“ geben können, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. „Anfangs haben wir den Balkon genauer beobachtet.“

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