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Autofahrer überholen zu dicht - am schlimmsten ist es in der Grunewaldstraße

Veröffentlicht am 13.12.2018 von Boris Buchholz

Liebe Radfahrende, seien Sie bitte auf der Grunewaldstraße besonders vorsichtig! Zwischen Rothenburg- und Lepsiusstraße (und anders herum) werden Radler zu oft zu eng überholt. Tester des Tagesspiegel-Projekts „Radmesser“ wurden auf diesem Straßenabschnitt bei 29 Fahrten 43 Mal mit weniger als 1,5 Metern und acht Mal sogar mit einem Abstand von weniger als einem Meter überholt. Die Straßenverkehrsordnung schreibt allerdings eine Distanz beim Überholen von Radfahrern zwischen 1,5 und 2 Metern vor. Das Testurteil für diesen Teil der Grunewaldstraße lautet: eine rote 4,2. Die Zahl benennt die Anzahl der zu engen Überholvorgänge pro gefahrenem Kilometer (je höher die Zahl, desto größer das Risiko; 4,2 ist sehr viel).

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts Radmesser sind in zweieinhalb Monaten 13.300 Kilometer geradelt und haben bei 16.700 Überholmanövern gemessen, wie dicht die Fahrerinnen und Fahrer von Autos, Lastwagen, Bussen und Motorrädern an ihnen vorbei gefahren sind. Viel zu oft zu dicht, ist die Erkenntnis – 9.402 mal wurde zu eng überholt.

Auf einer interaktiven Karte (online auf interaktiv.tagesspiegel.de/radmesser; Sie müssen sich bis zum Ende durchklicken) können Sie sich selber vom Überholverhalten auf Ihren Routen und in Ihrer Nachbarschaft ein Bild machen. Interessant ist, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen der Güte der Radwege und den gefährlichen Überholvorgängen gibt. Beispiel Mühlenstraße in Zehlendorf: Zwischen Teltower Damm und Seehofstraße ist der Radweg gut ausgebaut; die Radmesser-Werte liegen hellblau zwischen 0,2 und 0,4. Zwischen Seehofstraße und Dahlemer Weg ist der Radweg schmal, holprig, von Hecken begrenzt; die Radler fahren auf der Fahrbahn. Prompt wird der Radmesser-Wert dunkelrot und steigt auf bis zu 2,4.

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