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Der erste Radschnellweg: Die Bauarbeiten entlang des Teltowkanals könnten 2022 beginnen

Veröffentlicht am 31.01.2019 von Boris Buchholz

Radschnellwege – seit zwei Jahren sind sie von der rot-rot-grünen Landesregierung beschlossen, jetzt wird die erste Route mit den Bürgerinnen und Bürgern in einer „Dialogveranstaltung“ diskutiert. Am heutigen Donnerstagabend will Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) im Rathaus Schöneberg eine Machbarkeitsstudie zum Schnellweg entlang des Teltowkanals vorstellen. „‚Machbarkeit‘ ist nicht in dem Sinne zu verstehen, ob der Radweg machbar ist, sondern nur wie“, schreibt der Tagesspiegel-Verkehrsexperte Jörn Hasselmann in seinem Radschnellweg-Überblicks-Artikel (Sie finden ihn hier). Die Teltowkanalroute soll vom Südkreuz bis nach Zehlendorf führen. Untersucht haben die Planer der landeseigenen Gesellschaft „Infra-Velo“ einen recht breiten Korridor; am Teltowkanal entlang, wurde nicht nur der Uferweg unter die Lupe genommen, sondern auch parallel verlaufende Straßen.

Leser Gerhard Niebergall fasst die zu erwartende Debatte so zusammen: Es stelle „sich letztlich die Frage, ob der Kfz-Verkehr oder Zufußgehende für den Radverkehr Platz machen sollen“. Er prognostiziert, dass die Planer begehrliche Blicke auf den Uferweg werfen werden. Und er macht sich Sorgen: „Diese Wege sind herkömmlich ein wichtiges siedlungsnahes Naherholungsgebiet, in dem Berufstätige nach Feierabend sowie Familien mit freilaufenden Kindern und Hunden sowie Senioren Auslauf finden.“ Sollten dazwischen E-Bikes sausen wollen, sähe er „erhebliche Nutzungskonflikte“.

Wie auch immer der Radschnellweg verlaufen wird, die Planer schätzen, dass durch den neuen Weg etwa 1800 Autofahrten pro Tag durch das Rad ersetzt werden könnten. Baubeginn könnte 2022 sein, 2024 könnte dann die schnelle Radroute fertig sein. Bisher werden Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro geschätzt. Wir bleiben am Ball, am Rad, am Ufer.

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