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Gesperrtes Hort-Gebäude: Eltern der Grundschule an der Bäke fordern das Bezirksamt zum Handeln auf

Veröffentlicht am 14.02.2019 von Boris Buchholz

Die Eltern der Klassen 1a, 1b, 1c, 2a, 2b und 2c der Grundschule an der Bäke schlagen Alarm: Seitdem nach den vergangenen Herbstferien die Mobilen Unterrichtseinheiten (MUR) der Schule, in denen der Hort der Klassen 1 und 2 untergebracht war, wegen Baufälligkeit geschlossen wurden, findet die Hortbetreuung provisorisch in den Klassenräumen im Hauptgebäude statt. Baulich sei seit dem 1. Oktober nichts geschehen, kritisieren die Eltern: „Es ist weder der zeitnahe Abriss des alten Pavillons erfolgt, noch sind Container bestellt oder überhaupt konkret in Planung.“ Am Montag wandten sich die Eltern in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit.

Wie berichtet hatte das Bezirksamt im letzten Herbst an sechs Grundschulen die Ersatzschulbauten aus den 70er Jahren gesperrt; das Amt fürchtete, dass die Statik der Gebäude nicht mehr sicher sei. Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) kündigte an, dass die alten MURs schnellstmöglich abgerissen werden und Ersatzräume in Containern geschaffen werden solle. Doch vier Monate nach der Schließung habe sich nichts getan, sagen die Eltern.

In einem Gespräch im Dezember habe Mückisch den Eltern erklärt, dass die Container erst aufgestellt werden könnten, wenn die Finanzierung sichergestellt sei. Die Eltern schreiben im offenen Brief: „Inzwischen sind weitere Wochen vergangen und auf nochmalige Nachfrage erfahren wir nun, dass vor dem Bau von Containern noch eine Wirtschaftlichkeitsprüfung stattfinden müsse. Erst danach könne entschieden werden, ob Container gekauft oder gemietet würden.“ Die Eltern befürchten, dass sich die Aufstellung der Container weiter verzögern werde und auch die Kinder der künftigen ersten Klassen – also nach der Einschulung im Spätsommer – „weiter nur in den Klassenräumen betreut werden können“. Doch das sei schon heute eine „physische und psychische Zumutung für die Kinder, die Erzieher und die Lehrkräfte“.

Möbel, Spiele und „andere Utensilien des Hortbetriebs“ stünden in den Klassenräumen und Fluren, Fluchtwege seien verstellt. Da die Klassenräume sich über zwei Stockwerke verteilen und auch der Hof genutzt würde, sei eine „ausreichende Beaufsichtigung der Kinder derzeit nicht gegeben“. Der entstehende Lärm im Hortbereich störe die anderen Klassen, Lehrkräfte würden ihre Unterrichtsvorbereitungen nicht mehr in der Schule durchführen können.

Bis zum 20. Februar haben die Eltern dem Bildungsstadtrat Zeit gegeben; bis dahin soll er Auskunft darüber geben, wann die versprochenen Container zur Verfügung stehen werden und wann das marode alte Hort-Gebäude abgerissen werde. Auch über den Standort der Container möchten die Eltern informiert werden; am meisten Sinn würde es aus ihrer Sicht machen, wenn der blecherne Ersatz am bisherigen Standort des MURs aufgestellt werden würde. Immerhin seien dort alle Versorgungsanschlüsse vorhanden. Nur müsste dann das Alt-Gebäude möglichst schnell entfernt werden.

Im Ausschuss für Hochbau, Gebäude- und IT-Verwaltung am 24. Januar hatte Björn Preissler, er ist der Leiter des Fachbereichs Hochbau-Service, über den aktuellen Stand bei den MURs berichtet. Die Abbruchanträge für die maroden Bauten an den Grundschulen seien gestellt, noch hätte die Bauaufsicht sie jedoch nicht genehmigt. „Die Giesensdorfer Grundschule und die Käthe-Kruse-Grundschule haben erste Priorität“, sagte der Amtsleiter. Bis Anfang Februar sollten die Bauanträge für die Containerbauten eingereicht werden, hieß es in der Sitzung. Die weitere Planung: Bis zum 30. Juni sollten die Container an den beiden Schulen stehen. Und die anderen betroffenen Grundschulen? MUR-Abriss und Containerbauten sollten „möglichst zeitgleich oder kurz danach“ erfolgen – das war der Plan, Stand Ende Januar.

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