Namen & Neues

Zu kaputt: Die Sanierung des S-Bahnhofs Zehlendorf wird umfangreicher und verzögert sich

Veröffentlicht am 21.02.2019 von Boris Buchholz

Max Maulwurf heißt die Sympathiefigur der Deutschen Bahn, die Bauvorhaben erklären und erträglicher machen soll. Max sandte mir am Montag eine E-Mail – und erläuterte im besten Bahn-Behörden-Deutsch, dass bei der Begutachtung des Bahnhofs Zehlendorf „eine teilweise schlechte Bauwerkssubstanz festgestellt“ worden sei. Nicht nur der Aufgang und die Widerlager, sondern auch die Fuß- und Radfahrertunnel auf der Ost-Seite des Teltower Damms sowie die Geschäftsräume müssten saniert werden. Im Max-Jargon: „Daher wurde gemeinsam von der DB Netz und der DB Station&Service entschieden, dass die Erneuerung der Eisenbahnüberführung ‚Teltower Damm‘ auf den gesamten ‚Komplex Zehlendorf‘ erweitert werden muss.“ Mensch, Max.

Und weil eine Ausweitung auf den „gesamten Komplex“ eben bedeute, dass man sich neuen Aufgaben gegenübersehe, dass mit dem Verkehrssenat und dem Denkmalschutz neu verhandelt werden müsse und dass die Baumaßnahme teurer werde (das hat Max zwar nicht geschrieben, ist aber die logische Folge), müssten Varianten entwickelt und neue Planungen erarbeitet werden. Kurz: Die Sanierung des Bahnhofs und der Brücke verzögert sich.

Geplant haben Land und Bahn dreierlei: Erstens muss die provisorische Bahnbrücke ersetzt werden; in diesem Rahmen sollen die „Brückenpfeiler“ auseinander gezogen werden, so dass unter der Brücke vor allem auf der Ostseite mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer entsteht. Zweitens entstehen zwei neue Zugänge zum Bahnsteig: Einer auf der Ostseite unter der Brücke und einer vom Postplatz aus. Schließlich soll drittens der neue Zugang vom Postplatz aus in Form eines Tunnels für Fußgänger und Radfahrer den Platz mit der Machnower Straße verbinden. Eigentlich sollten im Frühjahr die Baumaßnahmen bei der Bahn beauftragt werden und die konkreten Planungen beginnen. Den Baustart sah die alte Zeitschiene für 2022 vor, 2024 sollte alles fertig sein. Ich habe ausführlich über die Planungen berichtet.

Auch Christian Küttner, der Sprecher der Bürgerinitiative Zehlendorf, steht auf der Verteilerliste von Max. Er kommentierte Max‘ E-Mail mit den Worten: „Dieser Zeitplan scheint, zumindest was das Bauvorhaben ‚EÜ Teltower Damm‘ betrifft, Geschichte zu sein.“ Christian Küttner fordert Politiker und Planer auf, die Verzögerungen und Neuplanungen am Teltower Damm vom Bau des Tunnels und Bahnsteig-Zugangs zwischen Postplatz und Machnower Straße zu trennen. Der BI-Sprecher appelliert: „Bitte unterschreiben Sie jetzt die für das Bauvorhaben ‚EÜ Postplatz‘ vorbereiteten Verträge. Ziehen sie das vergleichsweise einfache Bauvorhaben ‚EÜ Postplatz‘ zeitlich vor.“ Die Bürger-Initiative bitte Sie, werte Bürgerinnen und Bürger, um Ihre Unterstützung.

Wenn Sie in Zukunft auch Post von Max bekommen wollen: Auf bauprojekte.deutschebahn.com können Sie sich in den Maulwurf-Verteiler eintragen.

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