Namen & Neues

Erfolg für 1.131 Bürger: Bezirksparlament beschließt einen Lern- und Gedenkort in Lichterfelde-Süd

Veröffentlicht am 21.03.2019 von Boris Buchholz

Die Aktiven der Initiative für einen historischen Lern- und Gedenkort Lichterfelde-Süd haben allen Grund zu feiern: Der Einwohnerantrag, in dem ein Lern- und Gedenkort in authentischen Gebäuden des Kriegsgefangenenlagers Stalag III D gefordert wird, wurde am Mittwochabend einstimmig von der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen – auch die AfD stimmte zu. Die Initiative hatte den Antrag im Februar eingereicht, 1.131 Bürgerinnen und Bürger hatten das Ansinnen unterstützt. „Ich freue mich riesig, dass die BVV diesen Antrag so breit unterstützt hat“, sagte Edith Pfeiffer stellvertretend für alle Mitglieder der Initiative vor den Bezirksverordneten. Sie dankte den Bürgern für ihr Vertrauen.

„Es gab Zeiten, da war Gedenk- und Erinnerungskultur das Stiefkind im Bezirk, das man gerne im Keller versteckt hätte“, erinnerte Annette Pohlke von der Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde nach der Sitzung. „Die Entscheidung der BVV zeigt, dass diese Zeiten vorbei sind und das Thema großen Rückhalt bei der Bevölkerung und in der BVV hat.“ Hans Porep vom Aktionsbündnis Lichterfelde Süd zeigte sich gleichwohl wachsam: „Wir werden sehr genau beobachten, wie es jetzt weiter geht.“ Gegebenenfalls würde die Bürgerinitiative die Lokalpolitiker „an das Votum, das sie heute gefällt“ haben, erinnern – „damit das, was der Wille der Einwohner ist, auch bei den konkreten Baumaßnahmen berücksichtigt wird“.

In der Aussprache in der Bezirksverordnetenversammlung kam es zu einem kleinen Eklat als Carolyn Macmillan (SPD) befürchtete, die Zählgemeinschaft aus CDU und Grünen könnte nur im kleinsten Format an das Kriegsgefangenenlager erinnern wollen: „Eine Stele kann nicht genug sein“, rief die Sozialdemokratin in den Saal. „Das wollen wir doch gar nicht“ – der Zwischenruf kam postwendend von Bernd Steinhoff, einem der beiden Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Auch Torsten Hippe, der Fraktionsvorsitzende der CDU, meldete sich zu Wort: „Ich weise den Vorwurf, dass wir uns von vorneherein nicht an den Antragstext halten werden, zurück“, stellte er klar. „Wir werden das, was wir heute beschlossen haben, selbstverständlich auch umsetzen.“

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