Namen & Neues

Für die ganze Mitte Zehlendorfs planen: Bürgerinitiative Zehlendorf startet Unterschriftenaktion

Veröffentlicht am 18.04.2019 von Boris Buchholz

Umbau des S-Bahnhofs, Umgestaltung des Postplatzes, Unterführung zur Machnower Straße, Abriss und Neubau von Teilen des Rathauses, Sanierungen der Schulen, Fußgängerzonen, Umgestaltung der Dorfaue und und und – die Mitte Zehlendorfs um den Teltower Damm wird in den nächsten Jahren massive Veränderungen erleben. Die Bürgerinitiative Zehlendorf beklagt schon lange, dass bisher alle Maßnahmen nur einzeln betrachtet würden, es sei ein Flickenteppich. Ein abgestimmtes Gesamtkonzept für den Bereich Zehlendorf-Mitte würde fehlen. Jetzt will die Initiative den politischen Druck erhöhen, jetzt wollen die Bürgerinnen und Bürger Fakten schaffen: Seit letztem Freitag sammeln sie Unterschriften für einen Einwohnerantrag „ISEK-Zehlendorf-Mitte-JETZT“.

ISEK – das steht für „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“. Für alle beschriebenen Vorhaben „braucht es ein positives Zukunftsbild, gemeinsame Ziele und wenn möglich auch abgestimmte Zeitpläne“, argumentiert die BI: „Dafür müssen professionelle Stadtplaner beauftragt“ und der Bürgerdialog verstärkt werden. Deshalb möchten die Bürger die Politik dazu verpflichten, „mindestens 60.000 Euro in 2019 zur Finanzierung des Projekts“ bereitzustellen, heißt es im Einwohnerantrag, das seien „also mindestens 1 Euro pro Einwohner Zehlendorfs für die gemeinsame Planung unserer Mitte“ (auf der Website der Bürgerinitiative können Sie den kompletten Antragstext nachlesen: bi-zehlendorf.de).

Von dem zu erstellenden Konzept erwarten die Initiatoren viel: Im Antrag werden konkret „Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung des Bürgerdialogs“, Workshops und Stadtteilkonferenzen gefordert. Die Verwaltung, die Bezirksverordnetenversammlung, Expertengremien und die Bürgerinnen und Bürger sollen gemeinsam einen „Zielkatalog“ erarbeiten, auf dem das stadtplanerische Konzept für Zehlendorf-Mitte basieren soll. Konkret soll im Konzept festgelegt werden, mit welchen Maßnahmen und Empfehlungen die gemeinsam entworfenen Planungen umgesetzt werden können – bis 2030.

„Damit der Antrag zulässig ist, benötigen wir mindestens 1.000 gültige Unterschriften“, schreibt Christian Küttner, er ist neben Stadtplaner Reinhard Crome und Claudia von Lehmann (Adler-Apotheke) Vertrauensperson des Einwohnerantrags, in einer E-Mail. Im Juni will die BI die Unterschriften beisammen haben und den Einwohnerantrag in die BVV einbringen. Unterschreiben können alle, die in Steglitz-Zehelendorf wohnen und mindestens 16 Jahre alt sind. Unterstützt wird die Bürgerinitiative von der Buchlounge Zehlendorf, Waibel Hörgeräte, dem Heimatmuseum, der Adler-Apotheke, dem Bettenhaus Schmitt, dem Kunstgewerbehaus und Wolters-Coffee-Café. Ausgefüllte Unterschriftenlisten können auch im Schulcafé des Droste-Gymnasiums abgegeben werden.

Der letzte Einwohnerantrag, der in das Bezirksparlament eingebracht wurde, hatte großen Erfolg: Alle Fraktionen in der BVV stimmten im März für den Antrag, in Lichterfelde-Süd einen Lern- und Gedenkort in authentischen Gebäuden des Kriegsgefangenenlagers Stalag III D einzurichten – 1.131 Bürger hatten den Antrag eingebracht.