Namen & Neues

Kommt es zum Showdown am Osteweg? Bürgerinitiative fordert den Senat zum Einlenken auf

Veröffentlicht am 16.05.2019 von Boris Buchholz

Der Streit um den Sport- und Schulstandort (Bezirk und Bürgerinitiative) beziehungsweise eine neue Unterkunft für ehemals nach Deutschland geflohene Neu-Berliner (Senat) am Osteweg 63 in Lichterfelde geht in die nächste Runde. Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) wiederholte in der Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch bekannte Mantras: „Der Standort ist für die Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule alternativlos.“

Bisher ist der Betrieb der Schule zweigeteilt: Die Grundstufe ist in Zehlendorf Am Rohgarten untergebracht, die Oberschüler müssen an den Tietzenweg in Steglitz reisen. Der Plan des Amts: Beide Schulteile werden am Osteweg vereint, die alten Gebäuden könnten dann für eine neue Grundschule und eine Integrierte Sekundarschule genutzt werden. Der Fraktionsvorsitzende der AfD, Peer Döhnert, hakte nach, ob es bei der harten Haltung des Bezirksamts nicht zu einem „Showdown“ mit dem Senat kommen werde. Antwort des Stadtrats: „Ich kann nicht in die Zukunft blicken: Warten wir mal ab, was das für Ergebnisse bringt.“

Na dann, warten wir mal ab. Der Senat treibt derweil seine eigenen Planungen voran, ab Oktober will er die Bagger für die neue Flüchtlingsunterkunft rollen lassen (ich berichtete letzte Woche).

Die Bürgerinitiative Sport- und Schulstandort Osteweg forderte den Senat am letzten Wochende in einem offenen Brief auf, „zusammen mit dem Bezirk für die Zukunft aller Kinder und der vielen Vereine am Osteweg 53 und 63 eine Schule und eine Sporthalle zu bauen“. Es sei eine Frage der Haltung, meinen die Bürger, „Schulbau kommt vor Wohnungsbau“. Wenn doch die Unterkunft für 200 Menschen gebaut werden würde, verhindere der rot-rot-grüne Senat „auf Jahrzehnte die Realisierung eines dringend benötigten zentralen Sport- und Schulstandortes für bis zu 1000 Schüler und den Vereinssport“. Es seien im direkten Umfeld in den letzten Jahren 4.000 neue Wohnungen für 12.000 Menschen entstanden, argumentiert die BI, noch immer würden in Lichterfelde neue Wohnungen gebaut. Außerdem würde die Stadt weiter wachsen, der Bedarf für eine neue Schule in der Region sei unbestritten. – Boris Buchholz
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