Namen & Neues

Seit Jahren steht es leer: Im "Paulinum" könnten Wohnungen entstehen

Veröffentlicht am 29.08.2019 von Boris Buchholz

Die Frage, wem das denkmalgeschützte und seit 2012 leer stehende „Paulinum“ an der Ehrenbergstraße Ecke Reichensteiner Weg aktuell gehört, ist schwer zu erkunden. „Das Paulinum gehört einem privaten Investor“, erklärt Bezirksamt-Sprecherin Martina Baude auf Nachfrage. „Es gibt eine Baugenehmigung für den Umbau zu Wohnungen unter Beachtung des Denkmalschutzes, die der Eigentümer bis heute nicht umgesetzt hat“, führt sie aus: „Aktuell sind Veränderungen der Wohnungsgrundrisse angefragt.“ Trotz des langen Leerstands habe das Gebäude keine Schäden erlitten, es sei robust und werde vom Eigentümer instandgehalten. „Das Haus ist eine Spezialimmobilie“, führt Martina Baude aus, bisher sei es nie Wohnraum gewesen, sondern habe immer Verwaltungszwecken gedient. „Natürlich wünscht das Bezirksamt eine Nutzung des Baudenkmales und empfindet den Leerstand als ärgerlich.“

Bis 2012 nutzte das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche Deutschlands das Gebäude. Nachdem das Diakonische Werk mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst fusioniert wurde – seitdem heißt es „Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung“ (EWDE) – wurden die Räume aufgegeben. Der Platz reichte nicht mehr aus, ein Neubau am Nordbahnhof in Mitte wurde errichtet. Das Paulinum stand leer. Später verkaufte das EWDE das Gebäude und das dahinterliegende Grundstück.

Das Gelände hinter dem denkmalgeschützen Altbau erwarb der Projektentwickler Diamona & Harnisch und baute bis 2016 in fünf Neubauvillen „in klassischer Architektur“ 31 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 78 bis 219 Quadratmetern. Doch das Altgebäude gehöre ihnen nicht, erfahre ich vom Unternehmen.

Der Name Paulinum stammt übrigens von einem Knaben-Internat, das von 1903 bis 1923 im Gebäude untergebracht war, erklärt mir der Archivar des EWDE, Michael Häusler. „Öffentlich bekannt ist vor allem die Nutzung durch die Evangelische Fachhochschule für Sozialarbeit, die sich zwischen 1973 und 2000 in den Räumen befand.“ Dann zog die Hochschule an den Teltower Damm und benannte sich um in Evangelische Hochschule Berlin. – Text: Boris Buchholz
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