Namen & Neues

Pläne für den Ferdinandmarkt am Kranoldplatz: Genehmigt sind bisher nur Glastüren

Veröffentlicht am 26.09.2019 von Boris Buchholz

Der Berliner Großinvestor Harald Huth will den Kiezmarkt an der Ferdinandstraße schließen und die bisher vom Markt genutzte Fläche bebauen – ich berichtete im letzten  Newsletter. Huth verwies letzte Woche bei einer Informationsveranstaltung zur Zukunft des Kranoldplatzes in Lichterfelde-Ost auf einen entsprechenden Bauvorbescheid, den das Bezirksamt bereits positiv beschieden habe. Ich hakte im Rathaus Zehlendorf nach.

Nur Glastüren sind genehmigt worden, sagt das Amt. Tatsächlich habe Huths Firma HGHI im August letzten Jahres angefragt, ob die „heute offene Glasüberdachung mit Glastüren“ geschlossen werden könne, so Bezirksamtssprecher Marcel Mattick. Mit Schreiben vom 6. Dezember 2018 habe die Verwaltung das Ansinnen prinzipiell genehmigt. Probleme seien nicht gesehen worden, der Einbau von Glastüren in der Vorhalle berühre „keine neuen Rechtsgebiete“. Der Stadtplanungsauschuss sei deshalb auch nicht informiert worden: „Mit dem alleinigen Einbau von Glastüren [war] keine bedeutende Veränderung erkennbar und auch nicht gefragt“, erklärt Marcel Mattick.

Eine Bebauung der bisherigen Marktfläche war nicht Teil der Voranfrage. „Mit der genehmigten Schließung der Glasüberdachung sind keine Büroflächen genehmigt worden“, stellt Sprecher Mattick  klar: „Somit ist diese Frage völlig offen.“

Sollte Harald Huth als Besitzer des Gebäudeensembles in der Ferdinandstraße 31–35 die Marktfläche mit Glastüren schließen wollen, könnte eine entsprechende Baugenehmigung „reine Formsache“ sein, heißt es aus dem Amt. Denn der Vorbescheid sei rechtlich bindend. Würden jedoch Probleme bei der Umsetzung auftreten, zum Beispiel weil der Brandschutz nicht beachtet wurde, oder konnten „zuvor nicht gefragte Sachzusammenhänge nicht geprüft“ werden, dann könnte „eine Baugenehmigung … trotz positivem Vorbescheid negativ ausfallen“.

Das Amt will informieren. Konkrete Planungen des Investors, wie das Areal des bisherigen Kiezmarktes und Veranstaltungsortes umgebaut werden sollte, sind Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) nicht bekannt. Sie erklärte letzte Woche, dass das Bezirksamt der Bürgerschaft in einer öffentlichen Versammlung solche Pläne vorstellen werde – sobald sie ihr vorlägen.

Ein Fehler muss noch bereinigt werden: In meinem Bericht von letzter Woche schrieb ich, dass das „Stellwerk“ am Kranoldplatz – auch dieses Gebäude gehört Harald Huth – seit 2008 leer stehen würde. Das ist falsch. Zum Glück wiesen mich mehrere Leserinnen und Leser darauf hin, dass das damals ansässige Restaurant erst 2017 schloss. Wichtig dabei: Investor Huth kaufte das Gebäude erst, nachdem es schon leer stand.  – Text: Boris Buchholz
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