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Chance und Chaos in Zehlendorf-Mitte: Bauarbeiten an Bahnhof, Rathaus und zwei Schulen beginnen vermutlich zeitgleich

Veröffentlicht am 07.11.2019 von Boris Buchholz

Chance und Chaos in Zehlendorf-Mitte: Bauarbeiten an Bahnhof, Rathaus und zwei Schulen beginnen vermutlich zeitgleich. Die Nachricht des Abends lautete: Auch wenn sich die Deutsche Bahn und der Berliner Senat noch über die Kosten streiten – der neue Zugang zum S-Bahnhof Zehlendorf vom Postplatz und der Machnower Straße werde definitiv kommen. Ende Oktober hatte die Bürgerinitiative Zehlendorf zur 16. Bürgerversammlung ins Droste-Hülshoff-Gymnasium geladen, etwa 120 Interessierte waren gekommen. Das Thema lautete „Großbaustelle Zehlendorf: Chaos oder Chance“.

„Kommen wir mit einem Zugang aus oder brauchen wir einen Radweg da durch?“, fragte Baustadträtin Maren Schellenberg (Grüne) in die Bürger-Runde. Das Meinungsbild ergab ein klares Unentschieden. Bei der Frage, ob der neue Postplatz-Tunnel nur einen Zugang zum S-Bahnsteig oder hauptsächlich eine neue Kiezverbindung zur Machnower Straße darstellen würde, seien sich auch die politischen Streithähne auf höchster Ebene uneins, berichtete die Stadträtin. Wäre es „bloß“ ein Zugang, müsste die Bahn mehr Geld auf den Tisch legen; wäre es eine neue Wegeverbindung, wäre der Senat finanziell stärker in der Pflicht. Egal wie dieser Streit ausgehe: Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese (Grüne) habe dem Bezirk versichert, dass zwar der neue Zugang bei der Bahn noch nicht verbindlich bestellt sei, dass er aber gebaut werde.

Das waren auch für den Bahnplaner Steffen Klatte, er war als Experte zum BI-Abend geladen, gute Nachrichten. Denn während die Planungen für den Postplatz aktuell ruhen würden, sei für die Bahn auf der Westseite des Bahnhofs alles klar und seitens des Senats bestellt (stellen Sie sich vor, Sie stehen vor dem Bettenhaus Schmitt, das Rathaus im Rücken, und schauen auf die S-Bahnbrücke):

  • Die Eisenbahnbrücke wird aufgeweitet: Der Brückenpfeiler rechts am Teltower Damm wird um fünf Meter in Richtung Wannsee verschoben. Dadurch wird der Geh- und Radweg breiter.
  • Eine neue Treppe zum Bahnsteig am Teltower Damm. Der breitere Fußgängerbereich ist Voraussetzung dafür, dass ein weiterer Aufstieg zum Bahngleis gebaut werden kann.
  • Das linke Bauwerk mit dem bisherigen Zugang zum Gleis muss saniert werden. Die Substanz des sogenannten Ostkopfs ist baufällig. Sowohl der Rad- als auch der Fußgängertunnel werden erneuert – und letzterer wird um einen Meter Richtung Innenstadt verbreitert.

Das war die Chance. Jetzt kommt das Chaos. Denn der Planer der Bahn teilte mit, dass die Bauarbeiten 2023 oder 2024 beginnen würden. Gleichzeitig könnte auch das Rathaus Zehlendorf teilweise abgerissen und neu gebaut werden. Baustadträtin Schellenberg sprach von einem Baubeginn „frühestens 2023“. Und Elke Wittkowski, die Schulleiterin des Droste-Hülshoff-Gymnasiums, berichtete von den Bauarbeiten in ihrer Schule und im Schadow-Gymnasium: „Ich rechne, dass wir zeitgleich mit der Sanierung des Bahnhofs und dem Neubau des Rathauses auch die beiden Schulen sanieren.“

Mehr Informationen über die Baumaßnahmen rund um den Bahnhof finden Sie online  auf bauprojekte.deutschebahn.com.  – Text: Boris Buchholz

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