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Wohnungsbau verzögert sich: Statt 144 baut die HOWOGE an der Fischerhüttenstraße nur 130 Wohnungen

Veröffentlicht am 16.01.2020 von Boris Buchholz

Wohnungsbau verzögert sich: Statt 144 baut die Howoge an der Fischerhüttenstraße nur 130 Wohnungen. Der Bebauungsplan für das Areal der alten Bezirksgärtnerei zwischen Fischerhütten- und Sven-Hedin-Straße muss überarbeitet und neu öffentlich ausgelegt werden. Das berichtete die Leiterin des Stadtplanungsamts, Sabine Lappe, am Dienstag im Stadtplanungsausschuss des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, genauer der Wohnungsbauleitstelle, sei man zu der Überzeugung gelangt, dass die Bebauung im nördlichen Teil des Grundstücks zu dicht sei, sie vertrage sich nicht mit der „städtebaulichen Begründbarkeit“. Im Klartext: Auf dem Grundstücksteil zur Sven-Hedin-Straße plante die stadteigene Wohnungsgesellschaft HOWOGE bisher 144 Wohnungen, die Hälfte davon als Sozialwohnungen. Untergebracht waren die Wohnungen in vier Gebäudeteilen: darunter je ein Sechs-, ein Fünf- und ein Viergeschosser. Doch diese Gebäude seien zu hoch.

Einvernehmlich legten Senat und Bezirk jetzt fest: Fortan gelten nicht mehr Vorgaben für die Anzahl der Geschosse, sondern für die Höhen der Oberkanten. Mit der HOWOGE sei gesprochen und eine Einigung erzielt worden, so Sabine Lappe: Der Sechs- und der Fünfgeschosser werde um je eine Etage gekürzt, das vierte Geschoss des bisher vierstöckigen Gebäudes werde etwas nach hinten versetzt, so dass es teilweise zum Dreigeschosser werde. Alles klar? Die Folge ist, dass statt 144 in die nun niedrigeren Häuser nur noch 130 Wohnungen passen. Da das eine grundlegende Änderung sei, erklärte die Stadtplanerin, müssten die Pläne für das gesamte Grundstück noch einmal der Öffentlichkeit vorgestellt werden, inklusiver vierwöchiger Frist für Anregungen und Widersprüche der Bürger. Sie rechnet damit, dass die Auslegung im Februar oder März erfolgen könne.

Die Reaktionen der Bezirksverordneten waren hauptsächlich positiv: Das sei „eine moderate Änderung“ (FDP), „ein vernünftiges Ergebnis“ (SPD), „das Ergebnis ist gut“ (Grüne), „es fügt sich geschmeidiger ein“ (AfD). Die Linken hätten sich mehr günstigen Wohnraum gewünscht und bedauerten den Wegfall von 14 Wohnungen. Und die CDU sah das geänderte Vorhaben als das kleinere Übel an – Freunde der HOWOGE-Gebäude sind die Christdemokraten nicht. Für das Protokoll: An den Plänen der Münchener Firma Allgemeine Bauträgergesellschaft (ABG) auf dem größeren Teil des Grundstücks zur Fischerhüttenstraße 16 Reihenhäuser, 113 Wohnungen und eine Kita mit fünfzig Plätzen zu bauen, wurde nicht gerüttelt.  – Text: Boris Buchholz
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Zum Newsletter-Autor. Boris Buchholz ist freiberuflicher Journalist und Designer. Zwar wurde er in Wilmersdorf geboren, doch wuchs er in Lankwitz auf, besuchte in Steglitz das Gymnasium und wohnt in Zehlendorf. Mehr über Boris Buchholz erfahren Sie auf seiner Website. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an boris.buchholz@tagesspiegel.de

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