Namen & Neues
Steglitz-Zehlendorf trotzt dem Virus: Corona-News aus dem Südwesten
Veröffentlicht am 26.03.2020 von Boris Buchholz
Was im Bezirk in Sachen Corona passiert, lesen Sie hier:
+++ Der Appell der Gesundheitsstadträtin: Nehmen Sie Hilfe an! „Es ist eine große Hilfsbereitschaft vorhanden“, sagt Carolina Böhm (SPD) – und bittet die älteren Steglitz-Zehlendorfer über ihren Schatten zu springen: „Ich möchte Sie ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.“ Natürlich sollten auch Seniorinnen und Senioren im Park spazieren gehen; aber in eine lange Schlange an der Supermarktkasse müsse sich niemand stellen, bei dem das Risiko eines schwereren Krankheitsverlaufs bestehe. „Es ist nicht schlimm, Hilfe anzunehmen“, meint Stadträtin Böhm. Da hat sie wohl recht.
+++ Seniorenhotline des Bezirksamt: „Noch ist die Anrufquote sehr gering“. Täglich gingen nur zwischen 10 bis 20 Anrufen bei den drei Mitarbeitern ein, berichtete Bezirksamtssprecher Marcel Mattick dem Tagesspiegel. „Wir gehen jedoch davon aus, dass sich der Bedarf an Informationen noch deutlich erhöhen wird.“ Wenn Sie Informationsbedarf haben oder Unterstützung benötigen, die Nummern finden Sie oben.
+++ Bürgeramt: Nur noch Notfälle werden bedient. Nur was noch „unabdingbar notwendig“ sei, werde Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 14 Uhr in den Rathäusern Steglitz und Zehlendorf bearbeitet, teilt das Bezirksamt mit. Wer glaubt, kommen zu müssen: Eine vorherige telefonische Klärung und Anmeldung ist unter der Telefonnummer (030) 90 299-63 21 erforderlich. Die Dokumentenausgabe ist an beiden Standorten geöffnet. Das Bürgeramt Lankwitz ist geschlossen.
+++ Wohnungsamt: In Notfällen „im WBS-Bereich“ kann telefonisch ein Termin vereinbart werden: (030) 90 299-55 17. Die Sprechstunde entfällt.
+++ Notdienste im Grünflächen- und im Tiefbauamt: Das Grünflächenamt erreichen Sie unter (030) 90299-6173 oder per E-Mail fb-gruen@ba-sz.berlin.de. Das Tiefbauamt hat die Nummer (030) 90 299-77 71, tiefbauamt@ba-sz.berlin.de. Beide Ämter bitten die Bürgerinnen und Bürger, für Hinweise auf Schädigungen oder Gefahren im öffentlichen Straßenland auch die Ordnungsamt-Online-App zu nutzen.
+++ Lasst die Kaminöfen aus, lautet der Appell aus der Papageiensiedlung: Ute Scheub, Vorsitzende des gleichnamigen Nachbarschaftsvereins am U-Bahnhof Onkel Toms Hütte, bittet ihre Nachbarinnen und Nachbarn, unnötige Feinstaubbelastungen zu unterlassen und nicht mit den Kaminöfen zu heizen. „Feinstaub ist in der jetzigen Situation noch gefährlicher als sonst“, sagt Ute Scheub. Denn die feinen Partikel drängen in den Körper ein, schwächten die Lunge und gefährdeten das Immunsystem. So beschleunigten sie die Ausbreitung des Corona-Virus. Die Siedlung sei bereits in der Vergangenheit bei Messungen als hoch mit Feinstaub belastet aufgefallen. Die dringende Bitte: „Lassen Sie Ihren Kamin kalt, bis die Krise vorbei ist!“
+++ Mit Freude gegessen – die Popcorn-Aktion des Titania-Kinos kam gut an: Letzte Woche berichtete ich über die Spenden-Aktion, das geschlossene Lichtspielhaus stellte den Flüchtlingsunterkünften im Südwesten seine Popcorn-Vorräte zur Verfügung (hier zum Nachlesen). Mich erreichte ein Bericht aus dem Container-Tempohome an der Lissabonallee, es wird vom WORKS Gemeinnütziges Bildungswerk betrieben: Die Kinder hätten sich riesig gefreut. Ein Büroraum sei zur Ausgabestelle umfunktioniert worden, „Popcorn für alle“ habe auf selbstgemalten Plakaten gestanden, berichtet die Kinderbetreuerin. „Einige Kids haben sofort gefragt: ‚Schauen wir dann jetzt auch einen Film?'“, erzählt sie. „In dieser düsteren Zeit sind Aufmunterung und Ablenkung umso wichtiger.“
+++ Blutspende beim DRK am Hindenburgdamm –lieber einen Termin vereinbaren: Leserin Barbara Barlet berichtete, „meine beiden hilfswilligen Kinder sind gestern einfach direkt hingegangen und fanden sich in einer langen Schlange von Spendern wieder“. Spender mit Termin wurden bevorzugt, nach zwei Stunden des Wartens hätten die beiden frustriert aufgegeben. „Also nur mit vorheriger Terminvereinbarung dort erscheinen“, rät die Leserin. Termine erhalten Sie hier: telefonisch unter 0800 11 94911 oder auf terminreservierung.blutspende-nordost.de.
+++ Teltow setzt die Kita-Schließzeiten in den Sommerferien aus: In den Notfall-Kitas der Stadt werden derzeit elf Prozent aller unter Vertrag stehenden Kinder betreut. Dem Teltower Kita-Eigenbetrieb „MenschensKinder“ sei „völlig bewusst, dass viele Eltern die Betreuung ihrer Kinder zu Hause nur absichern können, indem sie unter anderem Urlaub nehmen“, erklärte Stadtsprecher Jürgen Stich. In der Folge würden die Eltern im Sommer weniger Urlaubstage nehmen können – „aus diesem Grund werden die Schließzeiten in diesen Sommerferien ausgesetzt“. Ein Beispiel für die Kitas in Steglitz-Zehlendorf?
+++ Heiraten ist in Teltow nicht mehr möglich: Bis zum 19. April bleibt das Standesamt in der Nachbarstadt Steglitz-Zehlendorfs geschlossen. „Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung für die betroffenen Brautpaare sehr einschneidend ist, da ihre Trauung ein ganz besonderes Ereignis in ihrem Leben sein sollte“, schreibt Stadtsprecher Jürgen Stich. Der Trost: „Selbstverständlich werden die Brautleute bei einer Neuterminierung bevorzugt behandelt.“
+++ Wir lassen Sie nicht alleine: Auf tagesspiegel.de finden Sie vielfältige Informationen zum aktuellen Stand und zum Umgang mit dem Virus: