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Grundschule an der Bäke wird erweitert: Anwohner machen sich Sorgen, Tennisspieler protestieren

Veröffentlicht am 23.04.2020 von Boris Buchholz

Was komme da auf sie zu, fragte sich Leser Wolfgang Jeserig. Über „einige Ecken“ habe er erfahren, dass in der Undinestraße auf der Höhe der Flotowstraße in Steglitz ein Schulneubau entstehen solle. „Wir wohnen seit 50 Jahren in der Wohnung und hätten ’sichtbare‘ Einschränkungen von unserer Wohnung aus (circa 30 Meter bis zur Neubauwand) und das macht uns Sorgen“, schrieb er mir.

Bildungsstadtrat Frank Mückisch (CDU) bestätigt den Neubau auf Nachfrage des Tagesspiegels. Die Grundschule an der Bäke werde mit einem Modularen Erweiterungsbau aus Holz vergrößert; 16 Klassenräume, Teilungsräume und eine Mensa sollen in dem Neubau Platz finden. Zur Zeit stünden den 423 Schülerinnen und Schülern 24 Klassenräume zur Verfügung. Auf Dauer reiche das nicht aus. Derzeit betrage die Grundschulbevölkerung in der Planungsregion Steglitz-Nord 2.660 schulpflichtige Kinder, „bis zum Jahr 2024 wird sie auf 3.193 steigen“, so der Stadtrat. Durch den Neubau könnte die bisher dreizügige Schule dann um einen Zug erweitert werden und „böte mindestens 576 Kindern Platz zum Lernen“.

Errichtet werden soll das neue Gebäude im nördlichen Teil des Schulgeländes an der Undine- Ecke Flotowstraße. Das standardisierte Bauwerk habe eine feststehende Grundfläche von 52 mal 20 Metern, erklärt der Stadtrat. Deshalb müssten auch die sich auf dem Schulgelände befindlichen drei Tennisplätze dem Neubau weichen. Genutzt werden die Tennisplätze vom benachbarten Steglitzer-Tennis-Klub 1913; schon im Januar hieß es auf der Website der Tennisspieler: „Liebe Mitglieder, das Bezirksamt plant auf ‘unseren’ Hartplätzen einen Schulneubau.“ Unterschriften wurden gesammelt, der Verein sandte eine Petition an das Bezirksamt.

Doch der Bildungsstadtrat, der auch Sportstadtrat ist, ist in der Sache klar: „Aufgrund der Länge der Holz-MEB können die auf dem Kleinspielfeld vorhanden Tennisplätze nicht erhalten werden.“ Derzeit finde ein Aufgabeverfahren nach dem Sportfördergesetz statt, das letzte Wort habe das Abgeordnetenhaus.

Wann der neue Holzbau errichtet werden kann, weiß Stadtrat Mückisch nicht. Nur wie lange der Bau dauern wird, sei im Bezirksamt bekannt: „Zwölf Monate ab Baufeldübergabe.“