Namen & Neues
Corona-Ticker aus dem und für den Südwesten
Veröffentlicht am 04.06.2020 von Boris Buchholz
Macht der Corona-Ticker eigentlich noch Sinn? Manche Kinder und Jugendliche gehen doch fast wieder zur Schule, die Cafés und Restaurant haben auch wieder halb geöffnet, ebenso gibt es Klopapier – ich habe es vorhin noch einmal gecheckt – in mindestens zwei Läden auch in Hülle und Fülle. Und doch: Auch in der 14. Corona-Ticker-Woche ist einiges Virulentes zu berichten. Die Pandemie ist nicht ausgestanden, sie ist leiser geworden. Und die Lust, nicht mehr an sie zu denken, wächst. Doch beeinflusst Covid-19 auch weiterhin unser Zusammenleben stark. Hier die wichtigsten Corona-Neuigkeiten aus dem Bezirk im Ticker:

+++ Bedeutet Corona das Aus für das „Spucki“? Das privat betriebene Lichterfelder Sommerbad ruft um Hilfe und startet eine Crowdfunding-Kampagne. „Leider musste ich heute lesen, dass unser traditionsreiches Sommerbad und Saunalandschaft am Hindenburgdamm finanziell durch die aktuelle Situation sehr schlecht da steht und wohl vor dem Aus steht“, schrieb mir Leserin Jaël Brüning-Langhammer. Auf der Spenden-Website startnext.com/sos-rettet-das-kult-sommerbad erklärt das Geschäftsführer-Geschwister-Paar Denis und Ernada Saric die Hintergründe: 0 Euro Einnahmen stünden „5-stellige monatliche Kosten für Mieten, Gehälter, Wasseraufbereitung, Strom, Gas, Chemie“, Bar und Küche gegenüber. Selbst wenn das Bad wieder öffnet, könnten durch die Corona-Auflagen statt bis zu 2.500 Menschen am Tag, nur noch maximal 570 Gäste eingelassen werden – und das decke die Kosten nicht. „Um bis zum Ende der Krise durchzuhalten, brauchen wir dringend Eure Unterstützung, damit Ihr Euch entspannt in die Sonne legen und bei uns abkühlen könnt!“, schreibt die Betreiber-Familie. 86.000 Euro sind das Ziel des Crowdfundings; bisher haben 16 Unterstützer 705 Euro zugesagt.

+++ Freifläche und Landgasthaus der Domäne Dahlem sind geöffnet. „Alles wächst und gedeiht, die Tiere können beobachtet werden und der weite Blick über die Felder ist ein Genuß“, sagt Anke Otto, die Vorsitzende der Freunde der Domäne Dahlem. Im Biergarten des Landgasthauses könne man (vor oder nach seinem Spaziergang) die Bauernhof-Atmosphäre wunderbar genießen. Er hat täglich zwischen 12 und 22 Uhr geöffnet.
+++ Pfaueninsel und Jagdschloss Grunewald. Letzteres zuerst: Das Jagdzeugmagazin im Schloss am Grunewaldsee ist ab Dienstag, 9. Juni, wieder offen für Besucher. Etwas länger müssen Sie warten, wenn Sie auf die Insel der Pfauen (und des weißen Schlosses) übersetzen wollen: Das ist erst ab dem 27. Juni wieder möglich – dann aber immer außer montags von 10 bis 18 Uhr. Natürlich gilt in beiden „Fällen“: Abstand und Hygiene und zur Sicherheit Maske mitbringen. Mehr auf www.spsg.de.

+++ Aktuell sind im Bezirk 553 Menschen bekannt, die sich mit dem SARS-CoV-2-Virus angesteckt haben; nach offiziellen Angaben sind 525 von ihnen bereits wieder genesen. In den letzten sieben Tagen haben sich sieben Menschen neu mit dem Virus infiziert.
+++ Die Berliner Corona-Ampel steht auf Rot, Grün, Grün. Die Reproduktionszahl liegt den vierten Tag in Folge über 1,2.
+++ Die Kitas sollen im Juni wieder für alle Kinder öffnen. Unter welchen Bedingungen die Kinder betreut werden, ist noch nicht ganz klar – immerhin fehlen 5.000 Erzieher und Erzieherinnen. Meine Kollegin Susanne Vieth-Entus erklärt Hintergründe und Details online auf tagesspiegel.de.
+++ Frühestens ab Montag können die Sporthallen für Schulen und Vereine wieder öffnen. Weil offene Fragen zu Hygiene, Reinigung und Lüftung noch ungeklärt sind (jede soll ihr eigenes Konzept bekommen), verzögert sich das Öffnen der Hallentüren. Nach Angaben des Bezirksamts dürfen maximal zwölf Personen gleichzeitig in eine Halle; jedes „Training von Spielsituationen“ sei untersagt (lesen Sie dazu mehr im Sportteil).
+++ Fünf Soldaten helfen im Gesundheitsamt Steglitz-Zehlendorf aus – die Linke protestiert. Sie sollen dabei helfen, Kontaktpersonen von Corona-Infizierten ausfindig zu machen. Nicht mit Waffen, schwerem Gerät und Drohnen, sondern – wie alle anderen im Team auch – per Telefon und Computer. „Wir sagen deutlich: Nein zum Einsatz der Bundeswehr im Inneren!“, pressemitteilte der Bezirksvorstand der Linken in Steglitz-Zehlendorf. Die Partei argumentiert, dass die Gesundheitsstadträte der Bezirke zusammen mit Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) einsam entschieden hätten und kein anderes politisches Gremium den Einsatz beschlossen oder legitimiert habe. „Es kann nicht sein, dass Angehörige der Bundeswehr Einblick in sensible persönliche Daten erhalten“, erklärt der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Linken, Marcus Otto. „Es darf nicht sein, dass mit diesem Pilotprojekt womöglich ein Exempel statuiert wird, das als Legitimation für weitere Einsätze der Bundeswehr im Inneren dient!“, sagt er. Nur zwei Bezirke haben die Hilfe der Bundeswehr abgelehnt: Friedrichhain-Kreuzberg und Lichtenberg.
+++ Die Hotline des Gesundheitsamts Steglitz-Zehlendorf erreichen Sie unter (030) 90 299-36 70 oder per E-Mail unter corona@ba-sz.berlin.de. Einen Überblick über die wichtigsten Corona- und Hilfs-Hotlines für Steglitz-Zehlendorf finden Sie auf tagesspiegel.de.
+++ So berichtet Tagesspiegel.de über die Coronakrise:
- Visuelle Reise: Wie das Coronavirus den Körper befällt
- Interaktive Karte: Alle Coronavirus-Fälle nach Landkreisen und Bundesländern
- Corona in der Hauptstadt: Abgeordnetenhaus tagt zu Corona-Krediten
- Kampf gegen das Virus: Der Newsblog zur Pandemie in Deutschland und der Welt
- Haben Sie Fragen zum Coronavirus? Unser Chatbot „Corona-Navi“ hat die Antworten
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