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Gottesdienste, begehbare Krippe, Mietbäume: Tipps und Nachrichten rund um die Festtage

Veröffentlicht am 23.12.2020 von Boris Buchholz

Wenn ich höre, dass dieses Weihnachten wegen Corona ein besonderes Fest wird, drehe ich (wenn ich kann) den Ton leiser. Diese Erkenntnis ist schon längst bei mir angekommen. Und bei vielen, vielen anderen Menschen auch, die folgenden Tipps und Nachrichten rund um die Festtage sind der Beweis: Es ist höchste Zeit zum Feiern!

Alle Termine: Ob Krippenspiel unterm Sternenhimmel oder Open-Air-Gottesdienst. Eine Übersicht über alle Gottesdienste an Heiligabend und an den beiden Weihnachtstagen finden Sie auf den Websiten der beiden Evangelischen Kirchenkreise Steglitz und Teltow-Zehlendorf. Die Gottesdienste in den katholischen Gemeinden finden Sie hier: erzbistumberlin.de/weihnachten.

Arche und Weihnachtsbaum: Offene Kirche bis Januar gegenüber vom Steglitzer Kreisel. Auch wenn die Evangelische Matthäus-Kirchengemeinde alle Gottesdienste an Heiligabend abgesagt hat – ab dem ersten Weihnachtstag (25. Dezember) steht Ihnen die Matthäuskirche in der Schloßstraße 44a bis zum 3. Januar jeden Tag zwischen 14 und 18 Uhr offen. Planen Sie doch einen Weihnachts- oder Zwischen-den-Jahren-Spaziergang über den Fichtenberg und kehren Sie in die jüngst restaurierte Kirche ein. „Spaziergänger, Liebhaber historischer Bauten, Eltern mit Kindern, Alte und Junge, Reiche und Arme“ seien willkommen, schrieb mir Leser Burkhard Knaut. „Für die Kleinen gibt es eine Arche mit vielen Tieren“, plaudert er aus dem Kirchenschiff – und warnt: Manche Kinder wollen gar nicht mehr aus der Kirche heraus, so schön sei es dort. Einen festlich geschmückten Weihnachtsbaum und Kerzen, „die man für liebe Menschen anzünden kann“, gäbe es auch. Aber Achtung: Am 28. Dezember ist die Kirche zu!

Der Last-Minute-Miet-Baum: Weihnachtsbäume im Topf. Sollten Sie noch keinen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer haben und Sie auch keinen Baum für Ihr Feiertagsglück fällen lassen wollen, könnten Sie sich einen Baum mieten: Andreas Frädrich gibt in seinem „Weihnachtsurwald“ Bäume für eine Leihgebühr zwischen 20 und 40 Euro an Sie ab, 10 Euro Pfand kommen noch obendrauf. Wenn Sie „Ihren“ Baum im Januar unbeschadet zurückgeben, kriegen Sie das Pfandgeld wieder. Besonders ist an den Frädrichschen Bäumen, dass sie auf Sylt und im Topf gezogen worden sind. Dadurch sind die Wurzeln nicht beschädigt, einer Auswilderung in freie Erde steht nichts entgegen. Der Haken an der Sache: Sie müssen aus dem Südwesten ein kleines Stück reisen, um an den Mietbaum in letzter Sekunde zu kommen. Der Weihnachtsurwald steht an der S-Bahn-Station Greifswalder Straße, meine Kollegin Corinna Cerruti hat sich vor Ort umgesehen.

Selber machen: Stegreifkrippenspiel für die ganze Familie. Warum in die Kirche gehen, wenn Sie das Krippenspiel auch zu Hause erleben können? Wenn Sie es schon lange gejuckt hat, auch mal der Josef oder die Maria zu sein, sollten Sie sich das Stegreifkrippenspiel herunterladen, das die Lankwitzer Pfarrerin Elisabeth Schaller für Sie vorbereitet hat. Was Sie brauchen (neben einigen Mitspielern): eine Kerze, eine Feder, einen Strohhalm, Sternchen, ein Kopftuch und drei Dinge, „die ein Wirt so hat“. Es gibt zwei Krippenspiel-Varianten – eine verkürzte Darbietung für Familien mit kleinen Kindern und die Langfassung. Der Tipp der Expertin, falls Ihnen ob des Corona-Weihnachtsfestes im kleinen Rahmen Mit-Feiernde für eine Sprechrolle fehlen sollten: Ersetzen Sie sie durch Kuscheltiere, „es gehen auch bunte Socken über die Hand gezogen, die wie Sprechpuppen mitspielen“. Selten war Weihnachten zu Hause kreativer. Die Anleitungen als PDF-Dateien finden Sie hier.

Erst leer geräumt und dann Bethlehem eingebaut: Studierende schufen in der Markus-Kirche eine begehbare Weihnachtsinstallation. Im Fachjargon haben die Studierenden des Masterstudiengangs „Bühnenbild_Szenischer Raum“ der TU Berlin eine „theatrale immersive Narration mit assoziativen Motiven“ geschaffen – in der Steglitzer Kirche ist eine Weihnachtsgeschichte, in der Sie vieles entdecken und durch die Sie wandeln können. „Für uns stand früh fest, dass wir in der Pandemie zu Weihnachten keine Massenveranstaltungen wollen; eher so etwas wie eine begehbare Krippe im Kirchenraum“, sagt Sven Grebenstein, Pfarrer der Markus-Gemeinde. Aus der Idee wurde bühnenreife Wirklichkeit: Wenn Sie sehen und erleben wollen, wo Jesus geboren wurde, dann kommen Sie in die Markus-Kirche in der Karl-Stieler-Straße 8a. Heiligabend ist die Kirchen-Installation zwischen 14 und 19 Uhr zu besichtigen, am 1. und 2. Weihnachtstag von 14 bis 18 Uhr. Bis zum 10. Januar ist das Projekt jeden Tag von 16 bis 18 Uhr zu sehen. „Der Besuch ist spontan möglich“, erklärt Ulrike Bott vom Kirchenkreis Steglitz; der Eintritt ist frei, je nach Andrang sind Wartezeiten möglich.

Postkarten gegen die Einsamkeit. Das Team des Steglitzer Jugend- und Familienzentrums „JeverNeun“, es gehört zum Nachbarschaftsheim Schöneberg, hatte die Idee – Kinder und Jugendliche gestalteten und beschrieben 1.265 Postkarten, die zu Weihnachten ältere Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinnützige Baugenossenschaft Steglitz erreichen werden (oder auch schon erreicht haben). „Weihnachten ist das Fest der Liebe. Und ich bin mir sicher, dass einer auf der Welt Sie liebt“, schrieb Leonie auf ihre Postkarte. Ein Junge bestand darauf, einen Witz zu verschicken, „damit auch der Humor nicht zu kurz kommt“ (welcher Witz es war, wurde der Allgemeinheit leider nicht überliefert). Eine tolle Aktion gegen die Einsamkeit. Jetzt sind die Seniorinnen und Senioren an der Reihe: Auch an sie wurden Blanko-Postkarten verteilt, die ersten fünfzig Dankeskarten sind bereits beschrieben.

Die Lösung in letzter Minute: Verschenken Sie Blühkugeln! Die Anwendung ist denkbar einfach: Der Beschenkte wirft Ihr Weihnachtsgeschenk „vor oder an Regentagen in wilde oder karge Ecken“ – und dann muss er oder sie der Natur ihren Lauf lassen. Ihre Liebsten werden Blumen und Augen machen. Möglich wird das Weihnachtswunder durch die kreativen Unternehmerinnen und Unternehmer der Schülerfirma „Blossom-Bees“, die „Blühbienen“, am Zehlendorfer Werner-von-Siemens-Gymnasium. Sie stellen aus Erde, Lehm und Blumensamen (Cosmea, Calendula, Malve, Kapuzina, Kornblume) Samenkugeln her, die sogenannten Blühkugeln. Prachtexplosion! Zwei Samenkugeln kosten 2,80 Euro – „wir werden alle Einkäufe im Onlineshop bis 23. Dezember bearbeiten und verschicken“, versprach Lehrer Urs Dudzus, der die Schülerfirma unterstützt, meiner Kollegin Susanne Vieth-Entus. Und das trotz Ferien!

 

Dieser Beitrag stammt aus dem Tagesspiegel-Newsletter für Steglitz-Zehlendorf. Die Newsletter für alle 12 Berliner Bezirke gibt es kostenlos und in voller Länge hier: leute.tagesspiegel.de

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