Namen & Neues

Weiter Vorrang für Autos: Aus der Fahrradstraße auf der Havelchausse wird nichts

Veröffentlicht am 12.05.2021 von Boris Buchholz

Nachdem die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf den SPD-Antrag, die Havelchaussee wenigstens an Wochenenden für den Durchgangsverkehr zu sperren, abgelehnt hat (CDU, FDP und AfD verweigerten die Zustimmung; Grüne enthielten sich, SPD und Linke stimmten für den Antrag – meinen Bericht finden Sie hier), steht das Projekt vor dem Aus. Oliver Schruoffeneger (Grüne), der Verkehrsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, sagte der „Berliner Morgenpost“, dass eine Fahrradstraße nur Sinn mache, wenn sie bezirksübergreifend eingerichtet werde. Daher werde der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf seine Bemühungen für eine Fahrradstraße einstellen. Die BVV des Nachbarbezirks hatte sich für die Einschränkung des Autoverkehrs auf der Wald- und Uferstraße ausgesprochen – mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken.

„Das ist eine verschenkte Chance“, kommentierte der Journalist Jan-Eric Peters die Entscheidungen aus beiden Bezirken. Er hatte die Debatte um eine Sperrung der Havelchaussee mit einer Online-Petition ins Rollen gebracht. Für ihn ist die Diskussion noch nicht zu Ende: „Schauen wir mal, wie die Wahlen im September ausgehen. Solche Initiativen brauchen Zeit, die Petition läuft weiter“, sagte Jan-Eric Peters der „Morgenpost“. Und: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“