Namen & Neues

Leichte Sprache: Mehr Sicherheit für Seh-Behinderte

Veröffentlicht am 10.06.2021 von Boris Buchholz

 

Es gibt einen Verein für seh-behinderte und blinde Menschen.
Der Name von dem Verein ist:
Allgemeiner Blinden- und Seh-Behinderten-Verein.
Im Text wird der kurze Name benutzt:
ABSV
Der ABSV kämpft für die Rechte von seh-behinderten
und von blinden Menschen.
Ein sehr wichtiges Ziel vom ABSV ist:
Bürger-Steige und Straßen-Plätze ohne Hindernisse.

In dieser Woche waren Mitglieder vom ABSV
auf dem Hermann-Ehlers-Platz im Bezirk Steglitz.
Der Hermann-Ehlers-Platz ist ein
sehr bekannter Platz in dem Bezirk Steglitz.
Der Platz liegt am Anfang von der Schloss-Straße.
Die Schloss-Straße ist die größte Einkaufs-Straße in Steglitz.
Der ABSV hatte auf dem Hermann-Ehlers-Platz zu einem
Treffen eingeladen.
Wichtige Politiker waren da.
Und Leute von Zeitungen.

Manuela Myszka ist eine von den Chefs vom ABSV.
Frau Myszka sagt:
Auf dem Hermann-Ehlers-Platz stehen zu viele Hindernisse.
Ein sehr gefährliches Hindernis sind die Poller.
Was ist ein Poller?

  • Poller sind kurze Pfosten.
  • Poller sollen den Autos den Weg versperren.
  • Die Poller bestehen oft aus dunklem Metall.

Die Poller auf dem Hermann-Ehlers-Platz sind schwarz.
Sehbehinderte Menschen können die Poller nicht erkennen.
Die Sehbehinderten können sich durch die Poller
schwer verletzen.

Die dunklen Poller sind sehr gefährlich.
Deshalb kämpft der ABSV für Farben auf den Pollern.
Bei dem Treffen auf dem Hermann-Ehlers-Platz
will der ABSV zeigen:
So schwer sind die Poller für Seh-Behinderte zu erkennen.
Deshalb gibt Frau Myszka den Politikern und
den Zeitungs-Leuten dunkle Brillen.
Mit den dunklen Brillen sind die Poller nicht zu erkennen.
Die Politiker und die Zeitungs-Leute wissen jetzt:
Für Seh-Behinderte sind die dunklen Poller eine große Gefahr.

Frau Myszka vom ABSV hat noch etwas mitgebracht:
Mützen mit roten und weißen Streifen.
Die Mützen sind aus Wolle selbst-gemacht.
Bei dem Treffen auf dem Hermann-Ehlers-Platz
bekommen die Poller die Mützen mit den Streifen aufgesetzt.

Die Politiker und die Zeitungs-Leute schauen durch die dunkle Brille.
Die roten und weißen Streifen sind sichtbar.
Die Politiker und die Zeitungs-Leute haben jetzt verstanden:
Mit Farben werden die dunklen Poller erkennbar.
Auch für seh-behinderte Menschen.

Eileen Moritz arbeitet im Bezirksamt für die
Rechte von Behinderten.
Frau Moritz findet die Idee mit den Mützen sehr gut.
Frau Moritz freut sich:
Die Mützen sind ein sehr guter Hinweis auf die Gefahr.
Poller mit Streifen können alle Menschen gut erkennen.

Auch Carolina Böhm findet die Idee mit den Mützen sehr gut.
Carolina Böhm ist die Chefin vom Amt für Gesundheit.
Frau Böhm sagt:

  • Die Mützen zeigen uns:
    Es gibt zu viele Hindernisse in der Stadt.
  • In unserem Bezirk müssen mehr Hindernisse
    abgebaut werden.

Auch Frau Myszka vom ABSV wünscht sich weniger Hindernisse.
Dunkle Poller sind Hindernisse.
Es gibt aber noch viel mehr Hindernisse.
Zum Beispiel:
Elektro-Roller.
Das kurze Wort ist: E-Roller.
Was ist ein E-Roller?

  • Ein Roller ist ein Fahrzeug.
  • Der Fahrer steht.
  • Ein normaler Roller wird vom Fahrer mit dem Fuß bewegt.
  • Ein E-Roller wird mit einem Motor bewegt.

Die E-Roller stehen an vielen Stellen in der Stadt.
Oft liegen die E-Roller auf dem Geh-Weg.
Für Seh-Behinderte sind die liegenden E-Roller
sehr gefährliche Hindernisse.
Der ABSV warnt seine Mitglieder vor den E-Rollern.
Auch Seh-Behinderte sollen zur Sicherheit einen
Blinden-Stock benutzen.
Frau Myszka hat eine wichtige Forderung:
Für die Elektro-Roller muss es feste Abstell-Orte geben.

Frau Myszka nimmt am Ende von dem Treffen mit den Politikern
und den Zeitungs-Leuten nicht alle Mützen mit.
Die Mützen sollen die Menschen aufmerksam machen.
Frau Myszka und der ABSV wollen noch an
vielen anderen Stellen Mützen auf Poller setzen.
Vielleicht bekommen dann bald alle Poller farbige Streifen.
Die Streifen geben allen Fußgängern mehr Sicherheit.

Wichtig:
Liebe Leser,
in dem Text benutzen wir immer
das männliche Wort.
Zum Beispiel:

  • Der Bürger
  • Der Leser

Der Text lässt sich so leichter lesen.
Wir meinen damit aber auch die Frauen.
Wir meinen alle Menschen.

Übersetzung: Sabine Sundermann

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