Namen & Neues

Nicht nur ein Platz, sondern auch ein Haus für Hans Söhnker

Veröffentlicht am 07.10.2021 von Boris Buchholz

Am Montag, den 11. Oktober, wird um 11 Uhr der Platz am Straßendreieck Altensteinstraße/ Schwendenerstraße/ Limonenstraße (Dahlem) nach Hans Söhnker benannt (wir berichteten). Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ehrt damit den Film-, Theater-, Fernsehschauspieler und Nazigegner (1903-1981), der die längste Zeit seines Lebens im Bezirk verbrachte, dort beruflich wirkte und auch wohnte.  Söhnker wurde am 11. Oktober 1903 in Kiel geboren, wo er 19 Jahre später schon am Theater spielte. Es folgten Engagements in Frankfurt Oder und Danzig sowie Auftritte in Baden-Baden, Chemnitz und Bremen. 1933 spielte er für die Ufa in „Der Zarewitsch“ und später auch in zahlreichen anderen Filmen mit. 

In den Kriegsjahren 1943 bis 1945 hatte er in Kooperation mit anderen Filmleuten immer wieder jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in seinem Wochenendhaus südlich von Berlin vor den Nazis versteckt. Das Risiko, sich selbst damit in Gefahr zu bringen, ging er bewusst ein. Im November 2018 erhielt Söhnker posthum die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel für nichtjüdische Menschen zu vergeben hat: In der Gedenkstätte „Stille Helden“ wurde er in das Verzeichnis der „Gerechten unter den Völkern“ von Yad Vashem aufgenommen. Der künftige Hans-Söhnker-Platz liegt nicht weit von seiner früheren Wohnung und beruflichen Wirkungsstätte entfernt. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte er am Steglitzer Schlosspark-Theater. Er stand mit der jungen Hildegard Knef auf der Bühne, drehte mit Filmgrößen wie Hans Albers, Ilse Werner oder Gustav Knuth. Grundlage der Platzbenennung ist ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Steglitz-Zehlendorf vom 10. April 2019. Darin wurde das Bezirksamt aufgefordert, „eine Straße oder einen Platz nach dem bekannten Schauspieler Hans Söhnker zu benennen“. 

Hinzu kommt das „Hans-Söhnker-Haus“. Denn Hans Söhnker wird auch noch ein zweites Mal geehrt: Am gleichen Tag, dem 11. Oktober, wird die bezirkseigene Freizeitstätte „Club Steglitz“ (Selerweg 18-22) umbenannt. Die Einrichtung für Menschen ab 55 Jahren trägt zukünftig den Namen „Hans-Söhnker-Haus“.

  • Sonderausstellung: Anlässlich der Platzbenennung zeigt das Heimatmuseum Zehlendorf übrigens die Sonderausstellung „Hans Söhnker – Leinwandheld und Lebensretter“, um an den Schauspieler zu erinnern. Gezeigt wird sie vom 10. Oktober 2021 bis zum 30. Januar 2022 im Heimatmuseum, Clayallee 355, 14169 Berlin. Vernissage: 10. Oktober, ab 11 Uhr. Danach ist sie immer mittwochs und sonntags geöffnet. Der Eintritt ist frei. 
  • Das Kino Bali am Bahnhof Zehlendorf zeigt in Kooperation mit dem Heimatverein Zehlendorf e.V. drei Filme mit Hans Söhnker. Die Filmreihe beginnt am 9. Oktober um 11 Uhr mit der „Großen Freiheit Nr. 7“ (1944). Karten können Sie über den Heimatverein bestellen: Tel.: 030 802 24 41; E-Mail: info@heimatmuseum-zehlendorf.de.