Namen & Neues
Richtfest auf der Domäne Dahlem: In der Alten Meierei wurde "Vorzugsmilch" produziert
Veröffentlicht am 04.11.2021 von Boris Buchholz
Wer bereits Anfang der 1970er Jahre Milch getrunken hat, könnte sie kennen: die „Vorzugsmilch“ der Domäne Dahlem. Auf dem heutigen Landgut und Freilichtmuseum wurde über 20 Jahre lang Milch produziert. Der Begriff „Vorzugsmilch“ steht für rohe, unbehandelte Milch, die sofort nach dem Melken gefiltert und auf vier Grad Celius gekühlt wird. Die Domäne-Meierei mit damals hochmodernen Anlagen und einem benachbarten Stall für 100 Kühe wurde 1953 erbaut. Bis Mitte der 1970er Jahre versorgte die Milch aus Dahlem die Berlinerinnen und Berliner. Hübsch und nachhaltig in Glasflaschen abgefüllt – ein Exemplar mit dem Deckelaufdruck „Domäne Vorzugsmilch Freitags roh Berlin-Dahlem“ sehen Sie hier. Seit Frühling 2021 wird die Alte Meierei, sie ist Teil des denkmalgeschützten Gebäude-Ensembles der Domäne, saniert. Morgen, am Freitag, wird Richtfest gefeiert.
Bis Sommer 2022 soll die Alte Meierei saniert, modernisiert und ausgebaut sein. Die Nutzfläche des Gebäudes beträgt 410 Quadratmeter. Künftig sollen im Erdgeschoss in einer eigenen Küche Bio-Produkte des Landguts produziert werden; Lagerräume entstehen im Keller. Im ersten Obergeschoss sollen Büros der Mitarbeiter, Umkleiden, Duschen und Sanitärräume Platz finden. Unter dem Dach sind weitere Büros vorgesehen.
Auch wenn die Alte Meierei selber nicht unter Schutz steht, waren die Denkmalschützer an der Sanierung beteiligt. „Die Alte Meierei verbindet den Gutshof und das Landgut miteinander und ist somit ein wichtiges Herzstück unseres Freilichtmuseums“, sagte Marit Schützendübel, Direktorin und Vorständin der Domäne Dahlem, vor dem Richtfest. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als Eigentümerin der Domäne-Gebäude habe die Farbgestaltung von Fassade und Fensterläden eng mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt, teilte die BIM mit. Und der neue Aufzug werde in einem bereits vorhandenen Schacht eingebaut, „der vom Keller bis in das Dachgeschoss reicht und in dem in der Vergangenheit wahrscheinlich Milchkochkessel standen“. Die Fassade bleibt frei.
„Gebäude wie die Alte Meierei der Domäne Dahlem sind aufgrund ihrer Historie immer besonders spannend und stecken oft voller Überraschungen“, sagt Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM. Bauliche Zeitzeugen seien zum Beispiel die ursprünglichen Fliesen aus den 1950-er Jahren oder die Stahl-Glasabtrennungen aus dem Produktionsbereich der ehemaligen Meierei. Es gibt allerdings auch unschöne historische Begleiter: Auch eine Schadstoffsanierung musste durchgeführt werden.
Jetzt ist Zeit zu feiern. „Die Sanierung und der bedarfsgerechte Ausbau bei laufendem Betrieb erfordern von allen Beteiligten eine ganz besondere Sensibilität“, erinnert Direktorin Marit Schützendübel. Die Arbeiten kämen erfreulich gut voran. Sie freue sich jetzt darauf, beim Richtfest im kleinen Rahmen mit den Mitarbeitern, Handwerkern, Architekten und Gremienvertretern anzustoßen – die Bauarbeiten an der Alten Meierei sind einen Schritt weiter. Der Rohbau könne noch dieses Jahr abgeschlossen werden, so die BIM. Dann beginnt der Innenausbau.