Namen & Neues

Wird sie die Nachfolgerin von Nina Stahr? Susanne Mertens will Landesvorsitzende der Grünen werden

Veröffentlicht am 09.12.2021 von Boris Buchholz

Am Sonntag, 12. Dezember, geht es um den Vorsitz: Auf einem Parteitag, einer Landesdelegiertenkonferenz, wählen die Berliner Grünen ihren neuen Landesvorstand. Die bisherigen Vorsitzenden Werner Graf und Nina Stahr treten nicht mehr an – er ist in das Abgeordnetenhaus gewählt worden, die Steglitz-Zehlendorferin haben die Wählerinnen und Wähler in den Bundestag entsandt. Doch auch in Zukunft könnte der Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen von einer Frau aus dem Südwesten geführt werden: Die bisherige Co-Kreis- und -Fraktionsvorsitzende in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, Susanne Mertens, bewirbt sich um den politischen Leitungsposten.

Offenes Rennen. Für die Doppelspitze kandidieren außer Susanne Mertens der Neuköllner Philmon Ghirmai, der der Parteilinken zugerechnet wird, und die bisherige Beisitzerin im Landesvorstand, Anja Engelmohr. Wie meine Kollegin Sonja Wurtscheid berichtet, gilt nur Philmon Ghirmai parteiintern als gesetzt; das Rennen um den Frauenplatz ist offen.

Dennoch rechnen Parteimitglieder aus dem Kreisverband Steglitz-Zehlendorf Susanne Mertens gute Chancen aus. „Dank @susannemert3ns ist unser Kreisverband noch enger zusammengewachsen und nach einem überaus erfolgreichen Wahlkampf haben wir im Bezirk die Möglichkeit zum ersten Mal eine Grüne Bezirksbürgermeisterin zu stellen. Danke Susanne!“, twitterte der Kreisverband am Dienstagabend. Die Südwest-Grünen scheinen von ihr überzeugt. Auch die Grünen-interne Arithmetik würde für die 53-Jährige sprechen, heißt es aus der Partei. Denn zum einen sei sie eine Reala, zum anderen sei der Bezirk bisher auf der Landesebene unterrepräsentiert. Dem Abgeordnetenhaus gehöre aus dem Südwesten nur Benedikt Lux an, mit dem Wechsel in die Bundespolitik von Nina Stahr gebe es auch keine Vertreterin des Bezirks im Leitungsgremium der Landespartei mehr. Dabei gehört der Kreisverband zu den mitgliederstärksten in Berlin.

Politisch engagierte sich die gelernte Betriebswirtschaftlerin bisher vor allem in den Bereichen Schule, Haushalt und Luftverkehr. Seit 14 Jahren ist sie bei den Grünen aktiv. Sie wisse, dass das gute Wahlergebnis für ihre Partei auch eine große Verantwortung bedeute, schrieb sie dem Tagesspiegel, das Ziel müsse es sein, „die Menschen in der ganzen Stadt zu erreichen“. Das sei anspruchsvoll, aber machbar – und sie verweist auf die Ampelkoalition in Steglitz-Zehlendorf: „Neue Bündnisse sind möglich, man kann sie schließen und so wirklich etwas erreichen.“

Neue Kraft. Sollte Susanne Mertens am Sonntag Landesvorsitzende werden, werde sie als Kreisvorsitzende und Bezirksverordnete zurücktreten, sagte sie am Telefon. Auf Platz 17 der grünen BVV-Liste steht die 19-jährige Studentin Christiane Riese bereit, für sie nachzurücken.