Namen & Neues
Dringender Appell: Unterkünfte für Geflüchtete voll belegt, Wohnungen gesucht
Veröffentlicht am 16.06.2022 von Boris Buchholz
Das Willkommensbündnis für geflüchtete Menschen Steglitz-Zehlendorf richtet einen dringenden Appell an Politik, Wohnungsunternehmen und Bürgergesellschaft: Acht Unterkünfte für Geflüchtete gibt es zur Zeit im Bezirk, 2200 Menschen leben dort, größtenteils seit Jahren, überwiegend mit gemeinsamen Küchen und Gemeinschaftstoiletten, oft müssen sich zu viele Menschen eines der kleinen Zimmer teilen. Jetzt seien die Unterkünfte voll – die Kapazitätsgrenze sei erreicht. Deshalb appelliert das Bündnis „an alle Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsgenossenschaften und private Wohnungsgeberinnen und Wohnungsgeber, Mietverträge auch mit Menschen abzuschließen, die noch in einer Unterkunft leben müssen“.
Am Ende steht das Obdachlosenheim. Weder für Kinder und Jugendliche, die für Schule oder Ausbildung lernen müssen, noch für Menschen, die früh schlafen gehen wollen, weil sie morgens zur Arbeit müssen, seien die Wohnbedingungen in den Unterkünften über einen längeren Zeitraum zumutbar. „Wer aus einem der Krisengebiete der Welt zu uns geflüchtet ist, sucht vor allem eins: Sicherheit. Für alle, die bei uns bleiben, gehört dazu auch der Wunsch nach den eigenen vier Wänden“, betont Günther Schulze vom Willkommensbündnis. Anerkannte Flüchtlinge müssten – und wollen – die Unterkünfte eigentlich verlassen: Die Heime sind für sie nicht als dauerhafte Wohnraum vorgesehen. Doch es sind kaum Wohn-Alternativen zur Gemeinschaftsunterkunft zu finden. Es könnte dieser Personengruppe sogar passieren, dass sie das Flüchtlingsheim verlassen müssen und diesen Einzelpersonen und Familien dann das Obdachlosenheim drohe. „Das ist dann die Endstation“, so Günther Schulze: „Keine zielgruppenspezifische Sozialarbeit und keine nachbarschaftliche Unterstüzung mehr, Integration in unsere Gesellschaft ist dann zunächst einmal vorbei.“
Das Willkommensbündnis bietet bei der Wohnungsvermittlung seine Hilfe an: Sprachmittlerinnen und Sprachmittler stünden bereit, eine persönliche Begleitung – auch während des vermittelten Mietverhältnisses – sei möglich. Für Informationswünsche, Angebote und Rückfragen hat das Willkommensbündnis eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: Sie lautet wohnraum@wikobuesz.berlin.