Namen & Neues

Hilfe nach Zerstörungswut: Berliner Firma finanziert vier neue Streetbuddies

Veröffentlicht am 14.12.2023 von Boris Buchholz

Gute Nachrichten: Nach dem Bericht im Steglitz-Zehlendorf-Newsletter über die zerstörten Streetbuddies an den Ecken des Kiezes rund um den Kranoldplatz (hier zu lesen) ist die Finanzierung der Ersatz-Buddies aus Plastik gesichert – die Firmengruppe „Home & Care“, sie betreibt Wohnprojekte für wohnungslose Menschen, übernimmt die Kosten. Am Montag überwies Geschäftsführer Hanno Laskowski 195,80 Euro an den Förderverein der Grundschule unter den Kastanien. Das Geld reicht aus, um vier neue Streetbuddies zu kaufen; die etwa 80 Zentimeter hohen Kerle sind bereits bestellt.

„Schändlich“. Wie berichtet sind in den vergangenen Monaten insgesamt vier der Figuren, die Autofahrende auf querende Kinder hinweisen, mutwillig zerstört worden. Eine reparierte Figur wurde später gestohlen. „Kinder, insbesondere Grundschulkinder als schwächste Verkehrsteilnehmer, bedürfen eines besonderen Schutzes“, sagt Hanno Laskowski dem Tagesspiegel. „Es ist gut und richtig, nicht auf Unfälle zu warten, sondern stärkere Verkehrsteilnehmer durch aufmerksamkeitserregende Maßnahmen auf besondere Gefahrenstellen hinzuweisen.“ Dass sich Eltern und Kinder in Lichterfelde-Ost für mehr Verkehrssicherheit starkmachen, sei toll. „Es ist schändlich, wenn einzelne Personen, aus welchen Gründen auch immer, dieses Engagement durch pure Zerstörungswut zunichtemachen“, so der Geschäftsführer.

Mehr Hilfe angeboten. Ein Mitarbeiter der Firmengruppe sei Anwohner der Grundschule unter den Kastanien, seine Kinder hätten die Schule früher selber besucht. Man habe sich entschlossen zu helfen, „um den Kindern zu zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung es schätzt, wenn sie sich für eine Verbesserung der Situation engagieren“. Sollte der Förderverein weitergehende Unterstützung benötigen, „scheuen Sie sich bitte nicht, sich an uns zu wenden“, schreibt „Home & Care“ in einem Schreiben an den Förderverein.

Großer Dank. „Wir bedanken uns ganz herzlich auch im Namen unserer Kinder für die Spende unserer Buddies!“, antwortete Cathrin Birkenhäger, die erste Vorsitzende des Fördervereins dem Spender. „Wir hoffen sehr, dass die neuen Buddies lange und vor allem in gutem Zustand den Schulweg unserer Kinder, ja letztlich generell die Wege der Fußgänger im Kiez, etwas sicherer machen und alle Menschen respektvoll mit den Buddies umgehen“, schrieb Imke Decius vom Vorstand der Gesamtelternvertretung in einer Dankes-E-Mail.

Wer die Hinweisgeber aus Plastik zerstört hat, ist der Berliner Polizei noch nicht bekannt. Bisher sind drei Streetbuddy-Anzeigen wegen Sachbeschädigung eingegangen. „Bei den aufgeführten Fällen wird ein Zusammenhang mit dem Straßenverkehr (Verkehrsunfall) ausgeschlossen“, schreibt Polizeisprecherin Beate Ostertag dem Tagesspiegel. Die Taten beschränken sich auf Lichterfelde-Ost. Andere Fälle in Steglitz-Zehlendorf, bei denen die kleinen Hinweisgeber zerstört oder gestohlen wurden, seien der Polizei nicht bekannt. Über die Motivation der Täter könne sie noch nichts sagen, die Ermittlungen hätten bisher „keine Täteranhalte“ ergeben.

Die Polizei werde ein Auge auf die Buddies haben. Die Besatzungen der Streifenwagen würden generell auf Beschädigungen von Verkehrseinrichtungen achten, „auch auf die genannten Verkehrshinweiser“, so die Sprecherin. Sie berichtete von anderen Schulen, die ihre Streetbuddies täglich vor Schulbeginn aufstellen und nach Schulende wieder abbauen würden.

Polizistin Beate Ostertag stärkt den Eltern den Rücken. „Schul- und Elternaktionen für sichere Schulwege sind sehr wichtig und unterstützen die polizeiliche Präventionsarbeit.“ Der Schulweg sei auch ein Erfahrungs- und Lernweg für Kinder. Sie könnten „vielfältige, motorische, geistige und soziale Fähigkeiten für ihre Verkehrssicherheit erlernen“. Ihr Plädoyer: „Diesen Weg für die Kinder sicher zu gestalten, ist eine Gemeinschaftsaufgabe, der sich alle Verantwortlichen stellen.“ Die Streetbuddies seien sinnvoll: Sie würden den „motorisierten Verkehr sensibilisieren und zur ständigen Vor- und Rücksicht im Nahbereich der Einrichtungen und auf den Schulwegen anhalten“.