Namen & Neues
Erfolg für den Blumenkiez: Einwohnerantrag für Verkehrsberuhigung angenommen
Veröffentlicht am 18.01.2024 von Boris Buchholz
Ohne Aussprache wurde gestern im Lokalparlament der Einwohnerantrag „Den Blumenkiez nach Fertigstellung der Moltkebrücke wieder lebenswerter und attraktiver machen“ mit Mehrheit beschlossen. Einhellige Unterstützung fanden die Forderungen der Bürgerinnen und Bürger, den Vorplatz des S-Bahnhofs Botanischer Garten zu vergrößern und zu einem „Kiez-Begegnungsort“ umzugestalten sowie einen sicheren Übergang über die Hortensienstraße zu schaffen. Doch bei der dritten Forderung des Antrags gingen die Voten der BVV-Fraktionen auseinander.
Die 1423 Anwohnerinnen und Anwohner, die den Antrag im Oktober in die Bezirksverordnetenversammlung einbrachten (hier zu lesen), wünschen sich eine „effektive Verkehrsberuhigung“ ab dem Gardeschützenweg auf der Moltke- und Enzianstraße sowie am Asternplatz. „Für eine sichere Koexistenz [von Fußgängern, Zweirad- und Pkw-Fahrern] ist es unabdingbar, die Geschwindigkeit auf Schrittgeschwindigkeit abzusenken“, heißt es in dem Antrag. Weiter: „Die Nutzung als Ausweichstrecke muss unattraktiv gemacht werden.“ Diesen Wünschen schlossen sich Grüne, SPD, FDP und Linke mit ihrer Mehrheit an. Die CDU enthielt sich, die AfD stimmte gegen diese Passage.
Folgen für die Umgebung. Der Antrag für mehr Verkehrsberuhigung rund um den S-Bahnhof Botanischer Garten könnte für mehr Verkehr in den Nachbarstraßen sorgen. Das befürchtet Anwohnerin Britta K.; sie hatte dem Tagesspiegel schon weit vor Weihnachten ihre Bedenken geschrieben. Zwar empfindet sie die Ziele der Bürgerinitiative Blumenkiez als „sehr nachvollziehbar“, doch werde außer Acht gelassen, was die Realisierung der Forderungen für die Menschen in der Umgebung bedeuten würden. Hier ihr Leserbrief in Auszügen:
„Der Gardeschützenweg wird schon jetzt gerne von Rasern verwendet. Wir haben die ‚echte‘ Ausweichstrecke zu Unter den Eichen vor der Tür. Der Tietzenweg wird viel lieber als Querung verwendet, da die Drakestraße oft verstopft ist. Die Baustelle, die seit 1 1/2 Jahren die Durchfahrt vom Gardeschützenweg beschränkt, belastet uns Anwohner sehr. Neuerdings ist der Teilabschnitt Tietzenweg/Moltkestraße dran. Die gesamte Strecke ist zur Einbahnstraße geworden. Mehrfach täglich wird dies ignoriert. Autos und Motorräder fahren die gesamte Strecke in die falsche Richtung (und definitiv nicht mit der Tempobeschränkung) und gefährden damit besonders Fußgänger und Radfahrer, die nicht damit rechnen, dass Verkehr ‚von der falschen Seite‘ kommt.
Gegen die Baustellensituation können wir nichts machen, die Ziele der Bürgerinitiative werden aber das Problem für Anwohner weiter südlich verschlimmern. Leider gibt es für die an den Blumenkiez angrenzenden Straßen keine Interessenvertretung. Das macht die Anliegen nicht weniger wichtig. In der gesamten Nachbarschaft ist der Gardeschützenweg die einzige Straße ohne Tempo-30-Zone! Damit ist dies eine wirklich gerne genutzte Ausweichstrecke für staugeplagte Auto- und Motorradfahrer von der Drakestraße und Unter den Eichen. Der Tietzenweg ist seit dem Brückenabriss im Blumenkiez die einzige Durchgangsstraße vom Gardeschützenweg zu Unter den Eichen. Der Verkehr ist seitdem schlimmer geworden.“
Liebe Frau K., danke für Ihre Stellungnahme. Und der BI Blumenkiez einen herzlichen Glückwunsch zum Erfolg!