Polizei

90-jähriges Ehepaar wehrt zwei vermeintliche Trickbetrügerinnen ab

Veröffentlicht am 07.11.2019 von Boris Buchholz

Alarm in Berlin: 90-jähriges Ehepaar wehrt zwei vermeintliche Trickbetrügerinnen ab. Eine gute Wohngegend in Berlin-Steglitz, vor zwei Wochen: Ein Ehepaar, beide über 90 Jahre alt, kommt mit seinen Einkäufen nach hause, schließt die Haustür auf und steigt die Treppen zu ihrer Wohnung hinauf. Als die beiden Senioren ihre Wohnungstür öffnen, steht plötzlich erst eine und dann eine zweite fremde Frau hinter ihnen – wie sich herausstellte, hatten sich die beiden Frauen unter einem Vorwand, jemanden besuchen zu wollen, Einlass ins Haus verschafft. Die beiden älteren Herrschaften werden „zudringlich gebeten“, so berichtet es später eine Vertraute der 90-Jährigen dem Tagesspiegel, für die beiden Frauen einen Zettel aus der Wohnung zu holen. Sie wollten eine Nachricht an den nicht angetroffenen Freund schreiben, sagten die beiden Fremden. „Nur die entschiedene Ablehnung durch die beiden über neunzig Jahre alten Nachbarn vertrieb die beiden Frauen“, schrieb mir die Vertraute.

Es handelte sich vermutlich um einen versuchten Trickdiebstahl. Die Täter versuchen dabei, ihre Opfer abzulenken, um dann Wertgegenstände an sich zu bringen. Oft hätten die Kriminellen damit Erfolg, erklärte auf Nachfrage Michael Gassen von der Pressestelle der Berliner Polizei: „Bei Trickdiebstahldelikten in Wohnungen liegt die Vollendungsquote bei zwei Drittel.“ Nur jede dritte Tat gelingt nicht. Am häufigsten würden Trickbetrüger jedoch versuchen, mit einer falschen Identität an Wertsachen oder Geld der Opfer zu gelangen, erklärt der Polizeisprecher – sich als falsche Polizisten auszugeben sei „mit Abstand die häufigste Vorgehensweise“. Allerdings komme es „in den seltensten Fällen zum Abschluss der Tat“; doch sollte der Betrug funktionieren, winke den Tätern in den meisten Fällen eine stattliche Beute. Auch der Enkel-Trick, die Täter geben sich am Telefon als notleidende Verwandte aus, sei nach wie vor eine gängige Praxis. „In 10 bis 15 Prozent der Fälle gelingt es dem Täterkreis, damit Beute zu machen“, berichtet Polizist Gassen.

Die ältere und oft „gut situierte“ Bevölkerung im Südwesten sei für Betrüger sehr interessant. Deshalb, so Michael Gassen, stünde das Geschehen in Steglitz-Zehlendorf „seit etlichen Jahren unter besonderer Beobachtung“ der Polizei. Allerdings schränkt er ein: Eine Häufung oder Zunahme von Trickdiebstählen sei im Bezirk aktuell nicht zu beobachten. Mehr Informationen, wie Sie sich vor Trickbetrügern schützen können, finden Sie auf den beiden Webseiten www.berlin.de/polizei und www.polizei-beratung.de.  – Text: Boris Buchholz

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