Sport

Veröffentlicht am 18.03.2021 von Boris Buchholz

Bestzeiten suchen: Der 1. Berliner Osterlauf führt rund um den Schlachtensee. Auf die Plätze, fertig, los! Wer beim 1. Berliner Osterlauf teilnimmt, muss sich dieses Jahr das Startkommando selbst geben – virusbedingt fällt bei der Lauf-Premiere ein Massenstart zum Wettrennen rund um den Schlachtensee aus. Stattdessen haben sich die Organsisator:innen vom Zehlendorfer Sportverein „Die Laufpartner“ etwas Neues einfallen lassen: Zwischen dem astronomischen Frühlingsanfang am Sonnabend, 20. März (metereologisch hat der Frühling ereits am 1. März begonnen), bis Ostermontag, 5. April, kann jeder Sportler und jede Sportlerin sein Rennen zu einem individuellen Termin absolvieren – und so oft sie wollen, bis die Zeit passt.

„Wir wollen Chancengleichheit und somit kann man bei uns nur am Schlachtensee starten“, sagt Vereinspräsident Volkmar Scholz. Das sei ein Novum: Während bei anderen virtuellen Rennen allein die Distanz und die Zeit zählten, man also überall auf der Welt teilnehmen könne, beginne der Osterlauf für alle Teilnehmer auf der Wiese gegenüber der Alten Fischerhütte. Ein „Startkasten oberhalb der Kopfhöhe“ markiere zusammen mit einem Plakataufsteller den Startbereich. Ab hier wird die Zeit genommen. Damit das klappt, müssen sich alle Läuferinnen und Läufer anmelden und eine App auf ihr Smartphone laden – ein Sendefeld im Startbereich übernimmt dann die Zeitmessung. Durch das neue virtuelle Laufformat gehe man sich aus dem Weg, halte Distanz und „ist trotzdem vor Ort an der Wettkampfstätte, mit dem Kribbeln im Bauch“, meint Volkmar Scholz.

5.303 Meter ist der Uferweg am Schlachtensee lang. Wer mitlaufen will, muss sich entscheiden: Vom Achtel- (eine Runde) bis zum Halb-Marathon (vier Umrundungen) reicht das Streckenangebot. Wer noch mehr Puste hat, kann auch eine fünfte Runde absolvieren – die Strecke für die ultimativen Langstreckenläufer heißt „Big Five“, 26 Kilometer und 515 Meter stecken dann im Zielbereich in den Beinen.

Für die „Big Five“ haben sich bisher zwei Läufer:innen angemeldet. Den Achtel-Marathon wollen Stand Dienstag 46 Sportlerinnen und Sportler laufen. Einer davon ist Erhard Bader aus Treptow-Köpenick, vergangene Woche hat er seinen 88. Geburtstag gefeiert. Bei 740 Wettkampfläufen nahm er nach Zählung seiner Sportfreunde – in einer Excel-Tabelle führen sie „Buch“ – bereits teil, er sei der älteste Wettkampf-Läufer Berlins. Mein Kollege Thomas Loy, er schreibt den Newsletter für den Südosten der Stadt, stellt den Marathon-Mann hier vor.

Wenn auch Sie egal wie viele Runden um den Schlachtensee wetzen wollen, finden Sie auf der Website berliner-osterlauf.com alle wichtigen Informationen und den Link zur Wettkampf-App. Die Startgebühren sind moderat: Für den Achtel-Marathon werden 10, für die „Big Five“ 20 Euro fällig. Am 5. April ist um 24 Uhr Zielschluss; bis dahin müssen Sie Ihre Runden hinter sich gebracht haben. Wie mit der Zeitmessung ist es auch mit der Teilnahmeurkunde – darum kümmern Sie sich selbst, sie steht dann online zum Ausdruck bereit. Aber Ihre eigentliche Trophäe, die Medaille des 1. Berliner Osterlaufs, die wird Ihnen gebracht: Sie kommt per Post zu Ihnen nach Hause.

Text: Boris Buchholz
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