Sport
Veröffentlicht am 11.07.2024 von Boris Buchholz
Berliner Ruder-Club: Debatte um den rein männlichen Verein sei „unsachlich“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Erfüllt ein reiner Männerverein wie der Berliner Ruder-Club (BRC) alle Kriterien der Gemeinnützigkeit und damit der staatlichen Förderungswürdigkeit?“ Das fragen Anke Myrrhe und Lorenz Maroldt im Checkpoint, dem täglichen Berlin-Newsletter. Bisher verwiesen sowohl der Verein als auch der Landesruderverband auf die enge Kooperation mit dem Frauen-Ruder-Club Wannsee (FRCW). Doch nach Checkpoint-Informationen endet diese Zusammenarbeit in wenigen Wochen: Der FRCW hat die Kooperation, bei der es um die Förderung des Leistungssports speziell für jugendliche Mitglieder des FRCW geht, zum 31. Juli 2024 gekündigt. Beim BRC bleiben die Herren dann wieder ganz unter sich.
Die Frage, ob der BRC auch weiterhin ein reiner Männer-Club bleiben wird, beantwortet Ralf Korge, der erste Vorsitzende des Vereins, auf meine Anfrage so: „Wir haben die aktuelle historisch gewachsene Situation nicht zu begründen und sind keine Propheten.“ Es gebe in Berlin „eine Vielzahl von Rudervereinen für unterschiedlichste Interessengruppen, in der jeder Ruderinteressierte seine Möglichkeiten findet“. Da der BRC laut seiner Satzung ein dem Leistungssport verpflichteter Club sei, seien die Kapazitäten des Vereins begrenzt. Die Antwort auf die Frage lautet also kurz und knapp: Ja. Mädchen und Frauen werden auch künftig nicht aufgenommen.
Und gefährde das die Gemeinnützigkeit und die Förderfähigkeit? Immerhin verfolge laut Senatssportverwaltung eine Körperschaft nur dann gemeinnützige Zwecke, „wenn sie allen offensteht“. Doch der Vorsitzende verneint, er sehe da kein Problem: „Die Frage stellt sich weder für den FRCW noch den BRC.“
Er stellt klar, dass das Ende der Kooperation mit dem FRCW im Leistungsbereich nicht im Streit erfolgt sei. „Der FRCW möchte in dieser Form derzeit keinen Leistungssport mit Jugendlichen mehr anbieten und kann infolgedessen daran interessierte Mädchen nicht aufnehmen.“ Das Ende dieser gemeinsamen Aktivität bedeute nicht, dass die beiden Rudervereine nicht mehr zusammenarbeiten würden. „So werden unsere Kooperationen bei Betriebssportgruppen unbelastet fortgesetzt.“
Ralf Korge kritisiert, dass durch die Berichterstattung des Tagesspiegels, eine „unsachliche skandalisierende öffentliche Diskussion“ entstanden sei.
Gerne hätte ich auch die Position des Frauen-Ruder-Clubs Wannsee gehört: Meine Anfrage an den Verein blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
Wie die Männer-Causa BRC weitergeht, das lesen Sie hier – oder beim Ruder-Team der Checkpoint-Crew (jeden Morgen rudert es über die Berliner Gewässer und fischt in Havel, Spree und Dahme nach den neuesten Neuigkeiten).
- Welt- und Europameister Thomas „Icke“ Häßler macht rüber – von Lankwitz nach Spandau! Ab der Saison 2024/25 ist die Fußballlegende Cheftrainer des FC Spandau 06. Bis 2022 trainierte der heute 58-Jährige in Lankwitz das Team vom BFC Preussen; aufgrund gesundheitlicher Probleme pausierte er in den beiden Folgejahren als Trainer und war als Berater bei den Preussen tätig. Jetzt zieht es ihn über die Havel. Fortan werde er im Ziegelhof, „in Spandaus vielleicht schönstem Mini-Stadion„, so mein Spandau-Kollege André Görke, sein Wissen weitergeben und in die Trainer-Pfeife blasen.
- Mehr guten Kiezsport gibt’s in Tweets, Replies und Retweets bei @TspLeuteSport auf Ex-Twitter, jetzt X und hier auf der Tagesspiegel-Seite „Berliner Sport“.