Nachbarschaft

Veröffentlicht am 26.10.2017 von Boris Buchholz

Abbas Al-Shafeay, 34, ist aus dem Irak geflohen und lebt seit Oktober 2015 in Berlin. Seit dem Frühjahr trainiert er beim Turn- und Sportverein Lichterfelde im Rahmen des Projekts „Integration als Trainer“ junge Sportler.

Können Sie sich einen Tag vorstellen, an dem Sie nicht Sport treiben? Einen Tag ohne Sport kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin mindestens drei Tage pro Woche bei der LG Süd im TuS Lichterfelde, und ich freue mich dort als Co-Trainer mit den Kindern zu arbeiten und bei Wettkämpfen zu helfen. Das macht einfach Spaß. An den anderen Tagen laufe ich im Park oder gehe ins Fitnessstudio. Das ist wichtig für meine Gesundheit, aber auch für meine Motivation und mein positives Gefühl, etwas schaffen zu können.

Was ist Ihre Lieblingsdisziplin? Laufen! Ich möchte beim nächsten Berlin-Marathon mitlaufen.

Was bedeutet es Ihnen, Trainer beim TuS Lichterfelde zu sein? Das ist so ein schönes Gefühl, Kinder zu trainieren. Ich freue mich, wenn ich sehe, wie sie etwas Neues lernen und wie glücklich sie sind, wenn sie es schaffen. Ich bin stolz auf meine Arbeit beim Verein, weil ich glaube, das ist etwas Gutes. Meine Familie ist auch stolz auf mich, weil ich deutschen Kindern etwas gebe.

Worüber haben Sie sich in Ihrer Zeit als Trainer am meisten gefreut? Neulich bin ich in den Bus gestiegen und ein sechsjähriger Junge aus dem Verein hat von hinten „Hallo, Abbas!“ gerufen und ganz aufgeregt zu seiner Mutter gesagt: „Mama, das ist Abbas, mein Trainer!“

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft? Ich wünsche mir erst mal einen Ausbildungsplatz. Mein Traum wäre Zahntechniker, ich stelle mir Zahntechnik als eine Verbindung zwischen Kunst und Handwerk vor. Ich könnte mir auch gut vorstellen, eine Ausbildung zum Erzieher zu machen oder zum Sport- und Fitnesskaufmann.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-b.buchholz@tagesspiegel.de

Anzeige