Nachbarschaft
Veröffentlicht am 08.03.2018 von Boris Buchholz
Seit 2002 lebt Sabine Plümer, 58 Jahre, in Lichterfelde; sie arbeitet im Evangelischen Kirchenkreis Steglitz und koordiniert dort die Arbeit mit älteren Menschen.
Frau Plümer, Sie betreuen bereits den zweiten Ausbildungskurs für Lesepaten. Aus welchen Gründen wollen die Teilnehmenden älteren Menschen etwas vorlesen? Die Teilnehmenden kommen, weil sie einerseits etwas für andere tun möchten und weil sie dabei auch etwas Neues für sich selbst lernen, Bestätigung und Anerkennung erfahren. Ist es nicht das Gefühl, gebraucht zu werden, das Lebensfreude und Optimismus bewirkt?
Es scheint, dass Ehrenamtliche immer wichtiger werden – nicht nur bei der Kirche. Was müsste geschehen, damit sich noch mehr Bürgerinnen und Bürger für ihren Kiez und ihre Nachbarn einsetzen? Ohne das Engagement vieler Ehrenamtlicher läuft gerade im kulturellen und sozialen Bereich nichts. Für bürgerschaftliches Engagement sollte es mehr Bestätigung „von oben“ geben. Denn viele, die sich einbringen, haben bisweilen den Eindruck, dass sie zwar „machen“ sollen, dass Anregungen aber nicht immer aufgegriffen werden und eine Kommunikation auf Augenhöhe nicht überall gewährleistet ist. Das turnt ab.
Sie kommen ursprünglich aus Frankfurt am Main: Was vermissen Sie in Berlin, was finden Sie in Lichterfelde richtig toll? Frankfurt ist viel überschaubarer und man kann fast alles mit dem Fahrrad erreichen. Ich schätze Lichterfelde als eine sehr schöne, grüne, naturnahe Wohngegend und mag den dörflichen Charakter. Toll ist, wie gut und schnell man die kulturellen Angebote in der City erreicht, da bietet die Hauptstadt viel mehr als die Mainmetropole.
Mehr über die Arbeit der Lesepaten finden Sie auf der Website kirchenkreis-steglitz.de.
Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: boris.buchholz@extern.tagesspiegel.de