Nachbarschaft

Veröffentlicht am 05.04.2018 von Markus Hesselmann

Henning Krause, wissenschaftlicher Kieznerd aus Lankwitz.

Nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten formierte sich in den USA eine bürgerschaftliche Gegenbewegung (etwa mit dem „Women’s March“). Wegen der Diskussion um „alternative Fakten“ entwickelte sich daraus auch eine weltweite Bewegung für die Freiheit der Wissenschaft und das Ernstnehmen wissenschaftlich erforschter Fakten. In Deutschland waren beim „March for Science“ im vergangenen Jahr 37.000 Menschen dabei. Auch dieses Jahr gibt es weltweit Aktionen, am Sonnabend, den 14. April, um für die Bedeutung der Wissenschaft in der Gesellschaft zu werben – in Berlin diesmal mit dezentralen Treffen.

Die Organisatoren des Berliner Science Marches rufen unter dem Titel „Kieznerds“ zu Aktionen in den Berliner Kiezen auf. Forscherinnen und Forscher, die Lust haben, ihr Forschungsthema mit Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren, sollen an diesem Tag einen Raum in ihrem Wohnkiez organisieren und sich dort ein paar Stunden der Diskussion mit allen Interessierten stellen.

Als Lankwitzer hat Henning Krause einen solchen Wissenschaftstreff organisiert: Dabei sind die Planetenforscherinnen Stefanie Musiol (arbeitet als Geophysikerin an der FU in Lankwitz mit Bilddaten der Raumsonde Mars Express und hat über Vulkane auf dem Mars promoviert) und Heike Balthasar (ist als Geographin an der FU in Lankwitz im Bereich Wissenschaftsmanagement für planetare Missionen tätig). Beide Wissenschaftlerinnen aus dem Team des verstorbenen Planetologen Gerhard Neukum engagieren sich gemeinsam dafür, die Bild- und Filmprodukte der Marsoberfläche, die aus Kameradaten der Raumsonde Mars Express erstellt wurden, in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Hinzu kommt Thorsten Kamps, der Physiker befasst sich am Institut für Beschleunigerphysik des Helmholtz-Zentrums mit der nächsten Generation von Elektronenbeschleunigern.

„Marsvulkane, planetare Missionen und Teilchenbeschleuniger.“ Unter dieser Überschrift stehen Stefanie Musiol, Heike Balthasar und Thorsten Kamps am 14. April von 15 bis 17 Uhr im Maria-Rimkus-Haus in der Gallwitzallee 53 in Lankwitz allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort. Mehr zu dieser ehrenamtlichen Initiative unter: divergent.de

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-b.buchholz@tagesspiegel.de

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