Nachbarschaft
Veröffentlicht am 12.04.2018 von Boris Buchholz
Ulrike Schrimpf, 42, ist in Lichterfelde geboren und groß geworden, ihr Abitur machte sie am Schadow-Gymnasium. Zur Zeit lebt die Autorin in Wien.
Frau Schrimpf, woran merken Sie in Wien, dass Sie eine Ex-Steglitz-Zehlendorferin sind? Daran, dass ich mich in Ober Sankt Veit, dem so genannten „Dorf in der Stadt“ am Rande Wiens und in der Nähe des Wienerwaldes, fast wie zu Hause fühle.
Sie kommen regelmäßig nach Berlin und lesen in der Schwartzschen Villa oder in der Buchhandlung Holzapfel aus Ihren Kinderbüchern. Was ist Ihr Lieblingsort im Südwesten Berlins? Der Schlachtensee.
Mit dem Blick aus der Ferne: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich für Steglitz-Zehlendorf wünschen? 1) Eine bereichernde und inspirierende Vielfalt von Menschen jeglicher Herkunft. 2) Ein Literaturzentrum für Kinder und Jugendliche mit Lesungen, Ausstellungen, Schreibworkshops etc., in dem ich regelmäßig zu Gast bin. 3) Dass solche Einrichtungen wie das Bali und der Mittelhof ewig leben und Entscheidungsträger, Veranstaltende und Institutionen sich ein Beispiel an ihnen nehmen.
Merkt man eigentlich Ihrer Roman-Heldin Zara (oder den Kindern der Piratenklasse in Ihrem neuen Buch) an, dass ihre Erfinderin eine Berliner Göre ist? Selbstmurmelnd! Zara hat eine Berliner Schnauze, nimmt kein Blatt vor den Mund, kurvt mit ihrem Fahrrad durch die Straßen Lichterfeldes, besucht ihren Musiker-Onkel in Prenzlauer Berg, freundet sich vor den Schönhauser-Allee-Arcaden mit der Straßenmusikerin AnnaLi an undundund. Ich habe den ersten Band der ZARA-Reihe in Wien mit einer großen Sehnsucht nach Berlin geschrieben, und mir war von Anfang an klar, dass der Roman nur in Berlin spielen konnte beziehungsweise dass die Heldin eine Berliner Göre sein musste.
Foto: Mies Rogmans
Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: boris.buchholz@extern.tagesspiegel.de