Nachbarschaft

Veröffentlicht am 31.05.2018 von Boris Buchholz

Die Weltraumjogger aus Zehlendorf haben unsere Wahl zum beliebtesten Sportverein des Bezirks gewonnen (siehe Newsletter vergangene Woche). Mein Kollege Steven Wiesner porträtiert den Verein deshalb hier im Newsletter sowie in der Freitagausgabe des Tagesspiegels, gedruckt und im E-Paper. Dort porträtieren wir auch den Berliner Hockey-Club (Platz zwei unserer Umfrage) und den TuS Lichterfelde (Platz drei), die dann hier im Newsletter in der nächsten und übernächsten Woche vorgestellt werden. Aber hier jetzt erstmal das Weltraumjogger-Porträt:

Es hat Zeiten und Wettkämpfe gegeben, da wurden sie irrtümlicherweise als „Weltraumjoker“ angekündigt und vorgestellt. Solche Versehen gehören allerdings der Vergangenheit an. Die Triathleten der Weltraumjogger haben sich mittlerweile einen Namen gemacht – und womöglich können sie heute zumindest bei der Heranbildung des Triathlonnachwuchses sogar zu den besten Adressen ganz Berlins gezählt werden.

Daran war nicht zu denken, als Andreas Galandi die Weltraumjogger im September 1987 mit anderen Studenten ins Vereinsregister aufnehmen ließ. „Das war zu Beginn eigentlich eine komplette Breitensportgeschichte“, sagt der heutige Vorsitzende der Weltraumjogger, Oliver Büttel. Die Ausdauersportler mit dem einprägsamen Titel, der in Anlehnung an ein Computerspiel entstand, wollten einfach ein bisschen Sport treiben, ohne sich von Verpflichtungen und Leistungsdruck die Unbeschwertheit nehmen zu lassen.

Unbeschwert wirken sie noch immer, doch aus den Hobbytriathleten ist mit der Zeit der mitgliederstärkste Triathlonverein der Hauptstadt geworden. Vor allem profitiert er bei diesem Boom von der Zusammenarbeit mit den Schwimmern vom TSV Zehlendorf 88. 220 Mitglieder sind es aktuell. Der prominenteste Weltraumjogger ist vermutlich Journalist und Autor Hajo Schumacher.

Das muss aber nicht so bleiben, denn gerade im Nachwuchs verwandelt sich der Breitensportcharakter allmählich in einen Leistungsgedanken. Die 14-jährige Martha Gastell, die seit 2014 alle Berliner Meisterschaften in ihrer Altersklasse gewonnen hat, oder der 15-jährige Janne Büttel, dem gerade der Sprung in die Juniorennationalmannschaft gelungen ist, sind nur zwei Beispiele für die gute Arbeit mit den Heranwachsenden.

Der familiäre Verein, bei dem sich in den meisten Fällen Mutter, Vater, Kind am Triathlon erfreuen („Es gibt wenige Familien, wo nur das Kind oder nur die Eltern dabei sind“), hat in der Szene auch mit seinen eigenen ehrenamtlich organisierten Veranstaltungen Bekanntheit erlangt. Der Volkstriathlon und der BerlinMan gehören laut Büttel zu den größten Events in Ostdeutschland. „Weltraumjoker“ nennt sie dabei niemand mehr.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: boris.buchholz@extern.tagesspiegel.de

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