Nachbarschaft
Veröffentlicht am 07.05.2025 von Boris Buchholz
Es klingelt an der Ladentür, ein älterer Herr steht im Eingang. Über die Kette, die den Zugang in den Laden versperrt, fragt Inhaber Reinhold Habel nach dem Begehr. „Ich habe mal bei Ihnen Heizkörperverdunster mit Bildchen drauf gekauft, haben Sie noch einen?“, will der Kunde Gerhard Simon wissen. Der 84-Jährige kauft seit 30 Jahren im Eisenwaren- und Hausratsladen Sommermeyer an der Leonorenstraße ein. Reinhold Habel hat das Geschäft vor 21 Jahren übernommen. Gegründet wurde es 1921.
Einige Minuten später ist Reinhold Habel, 65, wieder an der Tür, er hat noch einen letzten der gewünschten Verdunster gefunden. „Ich bestelle die nicht mehr“, erklärt er dem Kunden, „ich mache im August zu.“ Der Kunde nickt, „aber schön ist das nicht“. Dass der Laden schließe, „ist traurig für mich und traurig für Lankwitz“, sagt Gerhard Simon. Jetzt liegen eine LED-Lampe, ein Haken für die Garderobe und ein Büchsenöffner neben dem Luftverdunster.
- Warum einer der letzten Eisenwarenläden Berlins schließt, wie das die Kunden finden und warum Reinhold Habel gerade in diesem Laden 1976 seine Lehre begann, lesen Sie online auf Tagesspiegel Plus.