Nachbarschaft

Veröffentlicht am 15.01.2026 von Boris Buchholz

Pfarrerin Freymuth-Loh von der Emmaus-Gemeinde.

Der fast fünftägige Stromausfall nach dem Brandanschlag auf die Kabelbrücke in Lichterfelde beschäftigt die Menschen in Steglitz-Zehlendorf auch eine Woche später weiter. Ich fragte bei vier Blackout-Betroffenen und Helfern nach: Was nehmen sie aus der Krise mit?

Sie habe gelernt, einfach mit der Hilfe anzufangen, ohne erst alles zu planen – „natürlich auch auf die Möglichkeit hin, dass es für ein Angebot wenig Nachfrage geben kann“, sagt Katharina Freymuth-Loh, eine der Pfarrinnen der evangelischen Emmaus-Gemeinde. Die Krise habe Menschen motiviert. „Es tut uns im Moment wahnsinnig gut, uns als helfendes und gelingendes System zu erfahren.“

Momentan sei die Gemeinde vorwiegend mit drei Dingen beschäftigt: „Erstens versuchen wir, die Besitzer all der Töpfe, Schüsseln und Thermoskannen zu ermitteln, die bei uns abgegeben worden sind“, sagt die Pfarrerin. Zweitens werde überlegt, was für eine eventuell kommende Krise besorgt werden müsse. Als Beispiel nennt sie Warnwesten mit dem Aufdruck „Kirche“ für die Erkennbarkeit.

Drittens: „Das Wichtigste ist, dass wir gerade eine Dankeskarte an alle vorbereiten, die geholfen haben“, so Katharina Freymuth-Loh. Die Gemeinde lädt am Donnerstag, 26. Februar, um 19 Uhr, zu einem Dankesabend ein. Es sei nicht protokolliert worden, welche Einzelpersonen, Organisationen und Firmen alle geholfen hätten, sagt sie. „Wenn Sie sich angesprochen fühlen, sind Sie herzlich eingeladen!“

Sie hat noch eine Lehre aus dem Blackout gezogen: „Es ist wichtig, sich in einer Krise zu vernetzen, auch mit der Presse, dort gibt es ja bestehende Kommunikationskanäle“, sagt Pfarrerin Freymuth-Loh. „Sie wissen ja nicht, wie viele Menschen zu uns kamen und sagten: Das haben sie im Tagesspiegel gelesen.“