Intro

von Judith Langowski

Veröffentlicht am 29.05.2018

Radfahren ist nicht nur bei diesem Wetter ein großartiges Thema, das die Gemüter erhitzt. Man sollte meinen, dass die Sicherheit der Radfahrenden auf den Straßen Berlins ein Grundsatz ist, dem man nicht widersprechen muss. Doch die Maßnahmen, die das Radfahren sicherer machen, bringen Einschränkungen mit sich, besonders fürs Autofahren: Dort, wo Radspuren entstehen, wird die Spur für Autos schmaler. Wenn die Radspur dann noch mit Pollern von den Autos abgetrennt werden soll, um tatsächliche Sicherheit zu bieten, kann die Radspur nicht mal eben als Parkplatz zweckentfremdet werden. Lieferverkehr muss ebenfalls etwas weiter weg halten.

Doch egal, was die Argumente gegen mehr Radspuren und mehr Fahrradsicherheit sind, diese interaktive Karte meiner Kollegen aus der „Digital Present“-Redaktion des Tagesspiegels zeigt, dass in Berlin noch viel Platz für Radsicherheit ist. Als erstes seiner Art in Deutschland wurde im Berliner Senat im Februar das Radgesetz beschlossen, noch vor der Sommerpause sollte es das Abgeordnetenhaus durchwinken. Um wirklich Sicherheit zu schaffen, könnten in Berlin in den nächsten zehn Jahren geschützte Radwege, gesicherte Kreuzungen und ein lückenloses Radwegenetz entstehen.

Manche Aktivisten warten nicht so lange, sondern werden kreativ, um Radspuren selber sicher zu gestalten. So zum Beispiel die Initiative Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg vorigen Dienstag an der Ecke Kolonnenstraße/Hauptstraße in Schöneberg, wo im Januar eine Radfahrerin einen tödlichen Unfall hatte. Was sich die Aktivisten ausgedacht haben und wie die Aktion ausging, sehen Sie in der „Kiezkamera“ weiter unten im Newsletter.

Judith Langowski ist Redakteurin der Leute-Newsletter. Zuletzt schrieb sie über die Bedeutung von Jugendclubs für Berlin – und für die Jugendlichen. Sie freut sich über Kommentare, Tipps und Kritik via Email oder Twitter.