Intro

von Sigrid Kneist

Veröffentlicht am 29.01.2019

Sie erinnern sich vielleicht. Vor zwei Jahren war das rücksichtslose Verhalten von Autofahrern morgens im Umkreis der Werbellinsee-Grundschule nicht nur hier im Bezirk, sondern berlinweit ein großes Thema. Die Schöneberger Schule hatte Schülerlotsen wegen übermäßiger Gefährdung durch rücksichtslose Autofahrer von einer benachbarten Kreuzung abgezogen. Mittlerweile sollen sich die Verhältnisse verbessert haben, wie meine Kollegen Helena Davenport und Stefan Jacobs berichten: Nach Auskunft der Schulleitung betreuen nun Eltern die Schülerlotsen und begleiten deren Einsätze vom Straßenrand aus. Das bewähre sich: „Die Kinder fühlen sich nicht mehr so bedroht.“

Auch wenn es an der Werbellinsee-Grundschule jetzt besser klappt, herrscht woanders kurz vor Schulbeginn immer noch Verkehrschaos. Leider oft verursacht von Eltern, die ihre Kinder bis direkt vor die Schule fahren wollen. In Köpenick etwa berichtet ein Schulleiter, dass ein Vater sein Kind eines Morgens mit dem Auto auf das Schulgelände gefahren habe. Als er den Vater aufforderte, das Auto vom Gelände zu fahren, seien ihm Schläge angedroht worden. In Charlottenburg-Wilmersdorf spricht sich jetzt die SPD für einen Testversuch mit temporärem Fahrverbot vor einer Schule aus. Jeweils zum Unterrichtsbeginn und Schulschluss soll an der Nehring-Grundschule nach den Vorstellungen des SPD-Bezirksverordneten Martin Burth ein Monat lang ein Abschnitt der Straße für 45 Minuten gesperrt werden. Die Eltern sollen ihre Kinder an Haltezonen aussteigen und die letzten Meter zu Fuß gehen lassen. Entschieden ist aber noch nichts, wie mein Kollege Cay Dobberke in seinem Leute-Newsletter für Charlottenburg-Wilmersdorf schreibt.

Was halten Sie von diesem Vorschlag? Ist er praktikabel? Schreiben Sie mir über Ihre Erfahrungen mit den sogenannten Elterntaxis an die unten angegebenen E-Mail-Adresse.

Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Vor 22 Jahren hätte sie sich nicht vorstellen können, dass sie ein Jahr später aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Mariendorf ziehen und dort bis heute bleiben würde. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de

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