Intro

von Sigrid Kneist

Veröffentlicht am 22.10.2019

Die Yorckbrücken sind Teil meiner Berlin-Geschichte. Mein erster Eindruck, als ich Anfang der Achtziger in die Stadt kam: boah, wie hässlich! Aber trotzdem faszinierend. Was heute der Park am Gleisdreieck ist, war damals Wüstenei. Wenn ich mit meinem damaligen roten Rennrad unter ihnen fuhr, freute ich mich immer über den Schriftzug „Vroni, ich liebe Dich!“, der an einer der Brücken prangte. Das war für mich der Inbegriff der West-Berliner Romantik. Wenig später lernte ich die Frau kennen, der diese Liebeserklärung galt. Und dachte mir, wow das passt. Bis in die späten Neunziger hielt das Graffito; da war die Liebe schon längst zerbrochen.

Die Querungshilfen. Inzwischen wurden einige der Brücken saniert; sie sollen die Parks nördlich und südlich der Yorckstraße für Radfahrer und Fußgänger verbinden. Am Wochenende wurde die Brücke Nummer 10 wieder eingehängt. Gleichzeitig wurde die berühmt-berüchtigte Brücke Nummer 5 erneut ausgehängt. Das ist die Brücke, die nach ihrer Sanierung einige Jahre lang ohne Anschluss herumstand, da der dortige Bio-Supermarkt so hoch gebaut war, dass keine direkte Anbindung möglich war. 2012 war sie laut Bezirksamt nur denkmalgerecht saniert worden, damit sie nicht verfiel. Jetzt soll sie so weit ertüchtigt werden, dass sie als Fußgänger- und Radweg genutzt werden kann. Die Kosten für diese Arbeiten übernimmt die Bahn, wie im März mit dem Bezirksamt und dem Senat vereinbart worden war. Ab kommenden Sommer soll dann auch die Trasse über den Biomarkt gebaut werden.

Der Geschichtsparcours am Brückentag. Für Brückenfreunde wird am Donnerstag, 31. Oktober, ein historischer Geschichtsparcours mit einem Rundgang eröffnet. Mehr dazu lesen Sie in der Rubrik „Tipp“ im Tagesspiegel-Newsletter für den Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Hier finden Sie den Link dazu – und meinen kompletten Newsletter gibt es kostenlos unter leute.tagesspiegel.de. – Text: Sigrid Kneist

+++
Noch mehr Themen aus dem Tagesspiegel-Newsletter für Ihren Bezirk: +++ Wohnungsbau: Richtfest in Alt-Tempelhof +++ Wohnungsverkauf: Mieter in der Belziger Straße suchen Auswege +++ Verschiedene Zeitzonen: Die Rathausuhr tickte nicht richtig +++ Mann gesucht: Neuer Chor singt zum Gedenken an die Pogromnacht +++ Spielen & Wetten: Keine Handhabe des Bezirksamts +++ Der Müll im Bezirk: Die schwierige Suche nach den Verursachern +++ Kartenverlosung: Eine Hommage an Václav Havel in der Ufa-Fabrik +++Ein Blick ins Depot: Neue Ausstellung im Tempelhof Museum +++ Den kompletten Tagesspiegel-Newsletter mit Nachrichten, Tipps und Terminen bekommen Sie ganz unkompliziert und kostenlos unter leute.tagesspiegel.de.

+++

Die Autorin des Newsletters: Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Vor 20 Jahren hätte sie sich nicht vorstellen können, dass sie ein Jahr später aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Mariendorf ziehen und dort bis heute bleiben würde. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de