Intro
von Sigrid Kneist
Veröffentlicht am 26.11.2019
am Samstag ist der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert auf dem Kongress der Jungsozialisten in Schwerin mit einem beinahe sensationellen Ergebnis nach zweijähriger Amtszeit wiedergewählt worden. Er erhielt 88,6 Prozent der Stimmen; und das will bei den Jusos was heißen. Seit seiner Kampagne gegen einen Wiedereintritt in die Große Koalition nach der letzten Bundestagswahl ist der 30-jährige Kühnert bundesweit eine der Stimmen der SPD, der sehr genau zugehört wird.
Bezirk und Bund. Aber Kühnert macht nicht nur Bundespolitik. Drei Tage vor dem fulminanten Wahlergebnis widmet er sich der Bezirkspolitik. In der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) meldet er sich bei den Themen Bauarbeiten Lichtenrade sowie Schülerhaushalt (mehr zur BVV unter der Rubrik „Namen und Neues“) zu Worte. Pointiert und gut vorbereitet. In Lichtenrade kennt er sich aus, dort ist er aufgewachsen und leitet dort seit dem Sommer gemeinsam mit der Abgeordneten Melanie Kühnemann-Grunow den SPD-Ortsverband (Abteilung heißt es im Parteijargon) Lichtenrade-Marienfelde. Für seine BVV-Fraktion ist er jugend- und schulpolitischer Sprecher. Diese kommunalpolitische Basis erdet wahrscheinlich. „Seine Redebeiträge sind ruhig, die offene Attacke ist nicht sein Stil“, schrieb mein Kollege Paul Gäbler jetzt über Kühnerts Auftritt in Schwerin. Ich würde sagen, in der BVV ist es nicht anders.
Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Vor 20 Jahren hätte sie sich nicht vorstellen können, dass sie ein Jahr später aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Mariendorf ziehen und dort bis heute bleiben würde. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de