Kiezkamera
Veröffentlicht am 09.09.2025 von Nora Tschepe-Wiesinger
„50 kickt mehr als 30“: Mit satirischen Mitteln haben am Donnerstag etwa ein Dutzend Menschen gegen die Rückkehr von Tempo 50 auf mehreren Berliner Straßen demonstriert. Die Aktion des Vereins „Changing Cities“ fand auf dem Mittelstreifen des Tempelhofer Damms statt. Auf Schildern waren auch Sprüche wie „Schulkinder, Senioren ihr habt hier nix zu suchen!“ oder „Freie Fahrt für freie Bürger“ zu lesen.
„Nicht jeder verstand die Satire“, teilte Mit-Organisator Norbert Michalke dem Tagesspiegel mit. Einige Verkehrsteilnehmende seien irritiert gewesen, Radfahrerinnen hätten den Demonstrierenden den Mittelfinger gezeigt. Autofahrer:innen hätten hingegen zustimmend gehupt.
In der Rede von „Changing Cities“ hieß es: „Unfassbar, was uns Tempo 30 bereits an Lebenszeit gekostet hat. Durchschnittlich 30 Sekunden bei jeder Autofahrt zu verlieren – mit diesem unsäglichen Unsinn ist nun endlich Schluss!“ Der Verein bedankte sich beim Berliner Senat, der endlich Schluss mache „mit der Diskriminierung von Autofahrenden.“
Um die Luftqualität zu verbessern und europäische Schadstoff-Grenzwerte einzuhalten, war vor einigen Jahren an 41 Abschnitten an Hauptverkehrsstraßen tagsüber Tempo 30 angeordnet worden. Da das Ziel reinerer Luft an etlichen Straßen nun erreicht sei, könne das Tempolimit nicht mehr damit begründet werden, hieß es zur Erklärung des Berliner Senats (mit dpa).
- Auf welchen 22 Berliner Straßenabschnitten bald wieder Tempo 50 gilt, lesen Sie im Artikel meines Kollegen Christian Latz.