Namen & Neues

Neue Nachbarn: Gasag will auf das Euref-Gelände

Veröffentlicht am 20.02.2018 von Judith Langowski

Seit März 2015 war Vera Gäde-Butzlaff Vorstandsvorsitzende der Gasag AG, vor einer Woche wurde die profilierte 63-jährige Managerin nun in den Ruhestand verabschiedet. Aber nicht ohne wichtige Nachrichten: 2020 soll die Unternehmensverwaltung Gasag AG vom Henriette-Herz-Platz in Mitte auf das Euref-Gelände auf der Schöneberger „Roten Insel“ ziehen. Auf dem Standort produzierte die Gasag bis 1946 Stadtgas. Seit 2014 ist die GASAG Solution Plus für das Energiekonzept des gesamten Quartiers verantwortlich. Zunächst soll sich der Energieversorger für 10 Jahre auf dem 5,5 Hektar großen Gelände einmieten, das sogenannte „Effizienzhaus“ für die Konzernzentrale ist schon im Bau. Aktuell arbeiten und forschen über 3000 Mitarbeiter auf dem Euref-Gelände, die Mieter reichen von vielen Startups über die Deutschen Bahn bis zum Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme.

Fraglich ist, ob die Berliner Stadtreinigung (BSR), Gäde-Butzlaffs Arbeitgeberin bis 2015, ebenfalls in die Nähe zieht: etwa einen Kilometer weiter, an den Bahnhof Südkreuz. Ihren dortigen Recyclinghof muss die Stadtreinigung bis 2020 räumen. Im Sommer konnte man in Meldungen vernehmen (B.Z.), dass eine neue Hauptverwaltung auf dem Gelände des bisherigen Recyclinghofs geplant ist. Auch die SPD Tempelhof-Schöneberg zeigte sich in einer Pressemitteilung „hocherfreut“ über die Pläne, die dem Bezirk im Ausschuss für Stadtentwicklung am 12. Juli 2017 vorgestellt wurden. Rund 900 Arbeitsplätze erhoffte man sich am Standort, ein „stadtentwicklungs- und wirtschaftspolitisch“ „ausgesprochen positives Signal“. Doch Sabine Thümler, Sprecherin der BSR, bezeichnete die Meldung vom Sommer als „Ente“: Eine Zentralisierung der Verwaltung könnte man sich gut vorstellen, zunächst müssten jedoch alle Standorte diskutiert werden – eine Entscheidung könnte erst Ende des Jahres getroffen werden.

Auf dem Bebauungsplan für das Gelände westlich des Recyclinghofs, der letzten Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung Thema war und diesen Mittwoch der Bezirksverordnetenversammlung vorgelegt wird, ist auch die „Berliner Stadtreinigung“ zwischen Tempelhofer Weg und Wilhelm-Kabus-Straße eingezeichnet. Ob hier nach 2020 Müll nicht mehr gelagert, sondern stattdessen verwaltet werden soll, ist aber noch nicht entschieden.