Namen & Neues

Dunkler Darkroom

Veröffentlicht am 17.04.2018 von Sigrid Kneist

Im queeren Kiez in Schöneberg haben Polizei und Ordnungsamt jetzt Darkrooms von Schwulenclubs geschlossen, weil diese nicht nicht den baurechtlichen Bestimmungen entsprachen: Decken waren zu niedrig und Rettungswege fehlten. Die Schließungen seien im Rahmen von Überprüfungen erfolgt. „Auslöser der häufigeren Begehungen ist nicht zuletzt der Saunabrand in der Kurfürstenstraße im Februar 2017, bei dem drei Personen ums Leben kamen“, heißt es in einer Stellungnahme von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD). Der Brand war damals in dem verwinkelten „Darkroom Labyrinth“ ausgebrochen, das baurechtlich nicht genehmigt war. Es war eins der folgenschwersten Feuer in Berlin.

Von der Schließung betroffen sind laut Bezirksamt die Clubs „Tom’s Bar“ und „Scheune“ in der Motzstraße. Das Magazin „Mannschaft“, das als erstes über die Darkroom-Schließungen berichtete, nennt zudem das Mutschmann’s in der Martin-Luther-Straße. Gegenüber der „Mannschaft“ sagte der Betreiber der „Scheune“, es habe wohl eine anonyme Anzeige gegeben. „Die Schließung sollte schon im September passieren“, sagte Sylvio Jaskulke dem Bericht zufolgeAber das habe er zunächst abwenden können. „Ich habe dem Kiez all die Jahre soviel gegeben, habe bei Benefiz-Veranstaltungen im Roten Rathaus mitgemacht, und jetzt das!“

Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) hat nach Angaben des Bezirksamtes zuletzt Ende März mit den Betreibern gesprochen. Dabei sei deutlich gemacht worden, „dass es Veränderungen in den Örtlichkeiten geben muss und dass die Planungen zu den notwendigen Änderungen beim Bau- und Wohnungsaufsichtsamt einzureichen sind. Dies ist bisher nicht geschehen“. Erst danach könne über eine weitere mögliche Nutzung geredet werden.

Laut Bezirksbürgermeisterin Schöttler sind Darkrooms „bisher ein Teil des Angebots im Regenbogenkiez und damit auch für Touristen interessant. Allerdings muss die Sicherheit der Menschen immer an erster Stelle stehen, d.h. bauordnungsrechtliche Bedenken müssen beseitigt und dürfen nicht kleingeredet werden. Dazu gehören auch Schließungen“.

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