Namen & Neues

Keine Ruhe in Mariendorf - Bauplanungen für Friedhof

Veröffentlicht am 05.06.2018 von Sigrid Kneist

Erst im April hat sich die BVV auf Initiative der Linken gegen eine Bebauung ehemaliger Bestattungsflächen auf Friedhöfen ausgesprochen. Konkret ging es darum, das derzeitige Gräberfeld auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof III an der Eisenacher Straße in Mariendorf zu erhalten. Neue Bestattungen finden dort allerdings seit einigen Jahren nicht mehr statt.

Jetzt aber plant die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel, den Friedhof auch als Bauland nutzen zu können. Die Pläne dazu werden derzeit im Dienstgebäude der Senatsverwaltung, Am Köllnischen Park 3 (Foyer 2. Stock) ausgelegt. Bis zum 29. Juni können Bürger im Rahmen des Beteiligungsverfahrens dazu Stellung nehmen. Infos dazu gibt es hier.

Nach Angaben des Linken-Politikers Martin Rutsch verliefen die Senatsplanungen parallel zum Beschluss der BVV. „Es ist aber noch ein frühes Planungsstadium“, sagte Rutsch. Deswegen habe er die Hoffnung, dass eine Umwidmung zu verhindern sei. Ohnehin müssten auch bei einer Änderung des Flächennutzungsplan mindestens 20 Jahre vergehen, bis dort gebaut werden kann, da die Gräber so lange Bestandsschutz haben. Unstrittig ist, dass der nördliche Teil des Friedhofs, auf dem es keine Bestattungen gab, bebaut werden soll. Auf dem Friedhof ist die RAF-Terroristin Ulrike Meinhof begraben. Hier ruht auch Kemal Altun, der 1983 aus Angst vor der Abschiebung in die Türkei aus dem Fenster eines im sechsten Stock gelegenen Verwaltungsgerichtssaals in den Tod sprang.

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