Namen & Neues

Vagabundierende Wildschweine am Planschbecken

Veröffentlicht am 12.06.2018 von Sigrid Kneist

An Füchse, die durch Gärten streifen und sich dort quasi zu Hause fühlen, ist man in Mariendorf längst gewöhnt. An Wildschweine bisher nicht; die wurden in Berlin eher in Gegenden angetroffen, die in der Nähe von großen Forsten liegen – in Reinickendorf etwa oder in Westend. Jetzt wurden an einem Morgen zwei Keiler in einer Wohnanlage entdeckt, laut Bezirksamtsangaben 1,5 Kilometer vom Tempelhofer Hafen entfernt. Derart weit in der Stadt kam das zum ersten Mal vor. Der Natur-Ranger der Naturschutzstation wurde hinzugezogen sowie die Fachleute der Berliner Forsten: Da die Tiere gefährlich werden könnten, wurde beschlossen, sie zu erschießen. Da aber ein Spielplatz in der Nähe war und zu viele Menschen unterwegs waren, musste gewartet werden bis die Tiere dann knapp zwei Tage später im Bereich der Gottlieb-Dunkel-Straße/Gradestraße in den frühen Morgenstunden erschossen wurden.

Laut Bezirksamt handelte es sich um sogenannte „Überläuferkeiler“, die im Frühjahr vagabundierend umher ziehen und ohne ihre Leitbache, die weiblichen Führungstiere, ein unberechenbares Verhalten zeigen. Fast wie im wirklichen Leben. „Die derzeitige Hitzewelle treibt die Tiere auf der Suche nach Wasser und Abkühlung auch in die Stadt; so waren diese beiden Keiler zuvor trinkend an einem aufblasbaren Kinderpool gesichtet worden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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