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Spreewald-Schule 2: "Keine grundsätzlich Ablehnung gegenüber Wachschutz!"

Veröffentlicht am 28.08.2018 von Sigrid Kneist

Im ganzen Tohubawohu um die Spreewald-Schule ist die Frage nach der Notwendigkeit des Wachschutzes, die den großen Konflikt ausgelöst hat, fast ein wenig in den Hintergrund getreten. Ich habe Schulstadtrat Oliver Schworck (SPD), der deswegen ebenfalls in der Kritik stand, einige Fragen gestellt.

Herr Schworck, Warum standen Sie dem Wachschutz in der Schule ablehnend gegenüber?
Ich stehe einem Wachschutz grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber. In diesem Fall allerdings wurde die Notwendigkeit eines Wachschutzes mit innerschulischen Vorfällen zwischen den Schüler_innen, Schüler_innen und Lehrer_innen und auffälligen Eltern begründet. In solchen Fällen sollten in erster Linie pädagogische Konzepte zum Einsatz kommen. Ein Wachschutz ist aus meiner Sicht nicht geeignet, pädagogische Maßnahmen zu unterstützen. Genau dies hatte die Schule aber beantragt. Probleme mit externen Dritten wurden zum damaligen Zeitpunkt nicht erwähnt. Letzteres kann durchaus ein Grund sein, eine Zugangskontrolle für ein Schulgelände einzurichten.

Die Security-Mitarbeiter wurden nach einigen Wochen wieder abgezogen. Woran lag das?
Der Wachschutz wurde von der Schule selbst beauftragt. Weder an der Beauftragung noch an der Beendigung hat das Bezirksamt mitgewirkt, auch nicht ich persönlich. Der gesamte Vorgang liegt bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die hierüber sicher Auskunft geben kann.

Was hat dazu geführt, dass kurz vor den Sommerferien wieder ein Wachschutz engagiert wurde?
Dem Bezirksamt wurden zwei Vorfälle bekannt, die sich im Umfeld bzw. auf dem Schulgelände ereignet haben. Diese Vorfälle ließen ein sofortiges Handeln notwendig erscheinen. Um mögliche weitere Vorfälle zu verhindern, wurde die Zugangskontrolle für das Schulgelände bis zum Beginn der Sommerferien beauftragt.

Wie lange wird der Sicherheitsdienst dort bleiben?
Wir werden regelmäßig mit der Schule die Notwendigkeit einer Zugangskontrolle prüfen und entscheiden, ob diese noch erforderlich ist. Dies wird sehr davon abhängen, ob und welche Vorfälle festgestellt werden und ob eine Zugangskontrolle während des Schulbetriebs auch weiterhin die angemessene Maßnahme ist. Im Übrigen darf ich darauf hinweisen, dass wir für die Zeit außerhalb des Schulbetriebes – also sowohl nachts in der Woche als auch am Wochenende – seit langer Zeit einen Wachschutz beauftragt haben, der die Aufgabe hat, Fremdnutzungen vom Schulgelände fernzuhalten. Dies scheint seit kurzer Zeit nicht auftragsgemäß ausgeführt worden zu sein. Dem werden wir nachgehen.

Das kann ja keine Dauerlösung bleiben. Was plant das Bezirksamt, damit die Dienste eines Wachschutzes überflüssig werden? 
Hier muss man unterscheiden zwischen Schwierigkeiten innerhalb der Schule und Problemen, die von außerhalb in die Schule getragen werden. Eine Zugangskontrolle ist lediglich geeignet, fremde Personen vom Schulgelände fernzuhalten. Möglicherweise erfüllen auch andere Maßnahmen den gleichen Zweck. Verabredet wurde beispielsweise mit der Schule, dass sowohl eine Videogegensprechanlage als auch ein höherer Zaun um das Gelände herum installiert werden sollten. Die Videogegensprechanlage ist seit Ostern funktionsfähig. Der Zaun wurde beauftragt und wird voraussichtlich im Herbst aufgestellt. Danach werden wir prüfen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind und geeignet wären, damit eine Zugangskontrolle entbehrlich wird.

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