Namen & Neues

Neue Mitte Tempelhof - und die Pfadfinder

Veröffentlicht am 02.10.2018 von Judith Langowski

Am vergangenen Dienstag hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen beschlossen, die Flächen der “Neuen Mitte Tempelhof” zum Stadtumbaugebiet zu erklären. Damit ist es eins von vierzehn Stadtgebieten in Berlin, welche durch Fördermittel von Bund und Land zu einem “zukunftsfähigen Stadtquartier” weiterentwickelt werden sollen. Nun kann die Senatsverwaltung mit der Aufstellung der Bebauungspläne beginnen. Zur Finanzierung fehlt noch ein Beschluss vom Senat – im Oktober soll aber auch die Berliner Landesregierung die Ausweitung der Förderung “Stadtumbau” für die “Neue Mitte” beschließen.

Senat und Bezirk entwickeln hier gemeinsam, heißt es in der Pressemitteilung des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg. Geplant sind unter anderem ein Kultur- und Bildungshaus, die Rathauserweiterung und ein neuer “Stadtplatz” am Tempelhofer Damm. An der Götzstraße sollen 500 neue Wohnungen entstehen sowie neue Jugendfreizeit- und Kitaeinrichtungen.

Gerade letztere sind sehr wichtig, auch in Tempelhof gibt es nicht genügend Kitaplätze. Nach den vorbereitenden Untersuchungen, deren Endbericht im Juli 2018 als Grundlage für die weitere Entwicklung des Gebiets vom Bezirk beschlossen wurde, soll eine Jugendfreizeiteinrichtung mit 140 Plätzen und eine Kita mit 100-140 Plätzen entstehen. So weit, so gut. Nur hat der Bezirk für die vielen neuen Plätze ein Platzproblem: Die beiden Einrichtungen sollen in der Götzstraße 30-32 entstehen, wo jetzt das Pfadfinderheim Marienhöhe seinen Sitz hat.

„Ein Wegfall des Pfadfinderheims in der Götzstraße ist weder für das Stadtentwicklungsamt noch für das Jugendamt vorstellbar“, sagt Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne). Die Pfadfinder*innen, die ihre Sorgen auch zahlreich in die Bezirksverordnetenversammlung vom August getragen hatten, hätten sich schon früh in die Planung des Gebiets eingebracht. Das Stadtentwicklungsamt möchte auch weiterhin einen bilateralen Dialog zur Zukunft des Grundstücks führen. Zwar seien die Pläne „noch am Anfang“, wie Oltmann vor ein paar Wochen Tagesspiegel-Leute sagte, aber es ist auch die einzige Fläche im Planungsgebiet „Neue Mitte Tempelhof“, die im Eigentum des Landes Berlin und für den Bedarf der geplanten Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen ausreichend groß sei.

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