Namen & Neues

Hände gebunden? Weiterhin keine Räume für Potse und Drugstore

Veröffentlicht am 06.11.2018 von Judith Langowski

Die Jugendkollektive Potse und Drugstore müssen am 3. Januar 2019 ihre Räumlichkeiten verlassen. Die, in denen sie 46 Jahre lang Jugendarbeit gemacht und viele kleine Punkbands großgezogen haben. Doch noch immer ist nicht klar, wohin. Eine Fläche von 360 Quadratmetern im Besitz der Gewobag hat der Bezirk den Kollektiven schon so gut wie versprochen, doch hier können sie keine Musik machen und die Räume sind erst ab Mitte 2019 verfügbar. Die anderen Flächen, im Besitz der BIM, sind noch sehr unsicher: Hier könnten sie die Jugendlichen zwar laut, aber der Brandschutz ist noch nicht in Ordnung, außerdem konkurriere man um die Flächen mit einer Behörde, so die Kollektive.

„Wir können nichts machen, uns sind die Hände gebunden“ – diesen Spruch würden sie oft vom Bezirk hören, sagen die Kollektive, so wie viele andere alternative Jugendangebote und Hausprojekte in der Stadt. Sie finden es „frustrierend, dass sie nach fast 50 Jahren Jugendarbeit einem Schlaf- und Wohnbürokonzept weichen sollen.“ Gemeint ist die Firma rent24, die die Etagen über den Jugendclubs mietet. „Der Vermieter hat natürlich andere Dinge im Kopf“, sagte Jugendstadtrat Oliver Schworck (SPD) dem RBB. Der Bezirk sucht nun übergangsweise nach Ausweichmöglichkeiten in Nachbarbezirken – „es gibt nichts in Schöneberg“, sagt Schworck entschlossen. Die Kollektive haben Angst, dass eine Zwangspause auch viel Arbeit kaputt machen würde, die sie sich über die Jahre aufgebaut haben.

Ein Versprechen: Bis zum Schluss soll es Konzerte geben, sagen die Kollektive, trotz neuer Nachbarn und Endzeitstimmung. Zum Beispiel am Samstag bei der Ton Steine Scherben Party.

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