Namen & Neues

Der Ruf nach dem Ältestenrat, 1: Lachanfall

Veröffentlicht am 27.11.2018 von Sigrid Kneist

Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) war bei der letzten BVV ein viel befragter Mann. Diese Situation kennt er seit vielen Jahren. Bei der Beantwortung einer Anfrage der FDP-Verordneten Dagmar Lipper zu dem eigentlich ernsten Thema Fachkräfte in den Jugendämtern verlor er jedoch die Kontrolle über seine Rede und sich in einem Lachanfall, der nicht mehr zu stoppen war. Ausgelöst wurde dieser durch die Formulierung „multifaktorielle Bedingtheit der Einarbeitungsdauer“, die ihm seine Mitarbeiter in den Text geschrieben hatten. Schworck sinnierte kurz über die Bedeutung „mul-ti-fak-tori-ell“, konnte es nicht fassen – „was für ein Wort, das steht da wirklich“, und da war es um ihn geschehen. Die weitere Rede wurde immer wieder unterbrochen von Drucksen, Kichern, Lachen.

FDP-Frau Lipper fand diesen Auftritt nun gar nicht komisch, nannte ihn befremdlich. Der Stadtrat konterte, dass er in der BVV-Sitzung auch so einiges für befremdlich halte. Das wiederum stieß dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Matthias Steuckardt als befremdlich auf; er verlangte nach dem Ältestenrat. Befremden allerorten also. Das Fazit? Schworck trat nach der Unterbrechung ans Mikro: „Ich bedaure meine Äußerung und bitte um Entschuldigung.“

Und die Moral von der Geschicht‘? Einfach mal die Reden vorher kurz überarbeiten, absurde Wörter streichen. Das gilt übrigens ausdrücklich nicht nur für Schworck, sondern für alle anderen gleichermaßen. Die Verständlichkeit würde dies entschieden fördern und auch das Zuhörvergnügen steigern.

Videoaufnahmen von Schworcks Lachanfall – es war übrigens nicht der erste in einer BVV – gibt es leider nicht. Ich empfehle stattdessen den Mitschnitt jener Tagesthemensendung vor etlichen Jahren, als die Nachrichtensprecherin Dagmar Berghoff über Boris Beckers Sieg beim „WC“-Turnier – statt WTC – stolperte und die anschließenden Lottozahlen kichernd und nur mit äußerster Mühe verkünden konnte. Das Video hat Kultstatus.